100 Fragen zu Corona2021-06-02T18:26:05+02:00
Welche Sektoren tragen am meisten zum Infektionsgeschehen bei?2021-06-02T18:08:33+02:00

Laut dem Hermann Rietschel-Institut an der TU Berlin, welches diese Frage untersucht hat, ist die Ansteckungsgefahr in Kino, Theater, Oper und Museen relativ gering. Etwas höhere Ansteckungsgefahr gibt es in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt bzw. im Handel, im Restaurant sowie im Fitnessstudio bei geringer Belegung. Mehrpersonenbüros, Schwimmhallen, Restaurants und Fitnessstudios bei stärkerer Belegung weisen ein relativ hohes Ansteckungsrisiko aus, das jedoch von Schulen nochmal übertroffen wird. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Ansteckungsgefahr bei einem Tragen von Masken und geringer Belegung deutlich reduziert ist, sodass der Handel bei Einhaltung von entsprechenden Sicherheitskonzepten nicht als Infektionstreiber gesehen werden kann.

Laut dem Robert Koch-Institut finden die meisten Ansteckungen im privaten Haushalt und in Alten- bzw. Pflegeheimen statt. Ein ähnliches Bild zeigen auch die Zahlen der AGES, nach denen die meisten Ansteckungen im Haushalt sowie in der Freizeit stattfinden. Laut den AGES-Zahlen fanden zuletzt etwa 90% aller Ansteckungen in diesen Bereichen statt. Im Vergleich dazu finden relativ wenige Ansteckungen am Arbeitsplatz statt – in Absolutzahlen sind die Ansteckungen am Arbeitsplatz, im Krankenhaus und in der Freizeit auf einem ähnlichen Niveau (Zahlen für Deutschland).

Aufgrund der hohen Anzahl der Infektionen funktioniert das Contact Tracing mancherorts nicht ausreichend, weshalb die Infektionsketten nicht eindeutig nachvollziehbar sind. Doch auch bei einem Funktionieren des Contact Tracings sind die Infektionsquellen und – ketten nicht eindeutig nachvollziehbar,

Jedoch sind die Infektionsketten nicht eindeutig nachvollziehbar, weshalb die Zahlen zum Infektionsgeschehen mit Vorsicht zu betrachten sind.

Ist ein Ausschluss von Impfverweigerern bei manchen Dienstleistungen denkbar?2021-06-02T18:05:02+02:00

Einem solchen Ausschluss stehen grundsätzlich das Gleichbehandlungsgebot und der Kontrahierungszwang entgegen. Zudem ist hier zu unterscheiden zwischen staatlicher und privater Diskriminierung. Wenn der Ausschluss per Gesetz oder Verordnung geregelt ist und deshalb für alle gilt, werden strengere Maßstäbe anzulegen sein als bei der Weigerung einer privaten Person, einer anderen Person eine Dienstleistung zur Verfügung zu stellen – vor allem dann, wenn diese Dienstleistung auch von anderen erbracht werden kann.

Im privaten Bereich ist daher ein Ausschluss von Impfverweigerern bei Dienstleistungen weitgehend denkbar und rechtlich nicht zu beanstanden. Im öffentlichen Bereich wäre ein solcher Ausschluss kritischer zu beurteilen und jeweils genauer auf seine Verhältnismäßigkeit und sachliche Rechtfertigung zu überprüfen. So wäre es etwa denkbar, dass ein Taxiunternehmen auf einen Impfnachweis der Fahrgäste besteht, im öffentlichen Verkehr hingegen ist das nicht vorstellbar.

Wie kann man es privaten Personen erleichtern, an eine Impfung zu kommen?2021-06-02T18:02:19+02:00

Erstens gibt es keinen vernünftigen Grund, weshalb private Beschaffung und Distribution von Impfstoff nicht erlaubt sein sollte. Dieses Vorgehen würde sogar die staatliche Impfkampagne entlasten und würde es privaten Personen oder auch Unternehmen erleichtern, Impfungen für ihr Umfeld oder für ihre Mitarbeiter anzuschaffen, sodass früher der „Normalbetrieb“ wieder aufgenommen werden kann. Zweitens kann die Anschaffung von Impfstoffen auf lokalere Ebenen – also Gemeinden oder Länder – verlegt werden. Drittens könnte anschließend eine private Organisation der Impflogistik, komplementär neben der staatlichen Organisation, zugelassen werden und entsprechend gefördert werden.

Ist die private Organisation der Impflogistik sinnvoll?2021-06-02T18:00:09+02:00

Die letzten Wochen haben einen Nachteil zentraler Planung deutlich gemacht: sie tendiert dazu, unflexibel und langsam zu sein. Das stellt dann auch den ersten Vorteil einer privaten Organisation der Impflogistik dar: sie ist schneller und kann besser auf sich ändernde Umstände reagieren. Es kann dadurch, dass private Organisation dezentrale Planung und Lokalität impliziert, mehr lokales Wissen und Besonderheiten in die Entscheidungen betreffend der Impflogistik einfließen.

Ein weiterer Vorteil der privaten Organisation der Impflogistik ist, dass Fehlentscheidungen – im Unterschied zu zentralistischen Entscheidungen – nur einen kleinen Teil der Bevölkerung betreffen, und dieser Teil im Optimalfall auf alternative Organisationsformen ausweichen kann. Das wiederum fördert den Lerndruck der jeweiligen privaten Organisationssysteme, sich an besseren Systemen zu orientieren und sich entsprechend zu verbessern.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine möglichst schnelle Durchimpfungsrate zu erzielen?2021-06-02T17:58:29+02:00

Systeme, die auf Freiwilligkeit setzen, sind erfolgsversprechender für eine schnelle Durchimpfung der Bevölkerung. Dabei spielen Anreize eine große Rolle: Jene, die sich impfen lassen, werden in einer Weise belohnt, die keinen indirekten Impfzwang darstellt. Zudem wäre es ratsam, eine Wahlmöglichkeit bei den Impfstoffen einzuführen – in diesem Zusammenhang sollte auch darüber nachgedacht werden, eine private Anschaffung von Impfstoffen zu erleichtern.

Stellt das „Freitesten“ ein sinnvolles Modell zur Öffnung der Wirtschaft dar?2021-06-02T17:58:06+02:00