100 Fragen

100 Fragen2018-06-24T22:35:09+00:00
Hier beantworten wir jede Woche neue Fragen, die uns von Schülern gestellt wurden.
Kann ich herausfinden wofür meine Steuern verwendet werden?2018-08-13T06:53:05+00:00

Die genaue Verwendung der Steuern wird in den meisten Fällen nicht publiziert. Es werden aber beispielsweise Förderberichte sowie Daten zu Ausgaben in verschiedenen Bereichen (Gesundheit, Soziales, Wirtschaft etc.) veröffentlicht. Ein Rückschluss auf die Verwendung der Gesamtsteuereinnahmen ist möglich, einer auf die eigenen Steuern lässt dies aber nicht zu.

Was sind Subventionen?2018-08-13T06:51:01+00:00

Subventionen sind Förderungen aus Steuermitteln. Dabei wird versucht, bestimmte Bereiche der Wirtschaft rentabler zu machen und so die Wirtschaftstätigkeit in diesen Bereichen zu erhöhen. Dies kann jedoch zu einer unbeabsichtigten Verzerrung des Wettbewerbs führen und somit auf Kosten von Effizienz und sinnvoller Ressourcennutzung gehen. Zusätzlich führen Subventionen durch ihren administrativen Aufwand zu zusätzlichen Kosten und Effizienzverlusten. Daher ist bei Subventionen die Fragen nach der Kosten-Nutzen-Rechnung eine besonders wichtige.

Warum werden in Österreich Benzin und Diesel unterschiedlich besteuert?2018-08-13T06:50:54+00:00

Der ursprüngliche Grund für die unterschiedliche Besteuerung von Benzin und Diesel ist wohl darin zu finden, dass Dieselmotoren früher vor allem in Lastkraftwagen und Bussen verwendet wurden und Personenkraftwagen zumeist mit Benzin betrieben wurden. Um nun günstigere Transportwege zu schaffen und somit die Wirtschaft zu fördern wurde der Dieseltriebstoff niedriger besteuert. Durch die inzwischen relativ hohe Anzahl an dieselbetriebenen PKWs, welche auch ein Resultat der unterschiedlichen Besteuerung sein mag, ist dieser Effekt stark reduziert worden. Davon abgesehen ist eine unterschiedliche Besteuerung in ihrer Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, da Dieselkraftfahrzeugen eine höhere Schadstoffausstoßung im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen aufweisen. Durch den Unterschied werden so Anreize gesetzt, die Umwelt zu verschmutzen.

Führen hohe Tabaksteuern zu niedrigerem Tabakkonsum?2018-08-13T06:50:51+00:00

Die Tabaksteuer gehört zu den sogenannten Lenkungssteuern. Lenkungssteuern dienen nicht wie die meisten anderen Steuerformen primär zur Finanzierung des Staatshaushalts, sondern vielmehr der Steuerung des Konsumentenverhaltens. Zumeist besteht diese Steuer darin, den Konsum beziehungsweise Vertrieb von bestimmten Produkten zu senken, so auch bei der Tabaksteuer.

Ein Zusammenhang von höheren Preisen durch Steuern und niedrigerem Konsum scheint nicht nur naheliegend, sondern wird auch durch empirische Erfahrungen bestätigt – allerdings steht es zur Diskussion, inwieweit der Effekt wirklich ausschlaggebend ist, da Güter wie Zigaretten auf der Nachfrageseite eine sehr niedrige Elastizität aufweisen (d.h. die Menschen nehmen auch gerne substantielle Preisänderungen in Kauf, um das Gut trotzdem zu erwerben). Ob es jedoch moralisch korrekt ist, den Staat über das Konsumverhalten seiner Bürger bestimmen zu lassen, ist wiederum eine andere Frage.

Im Fall von Österreich ist zu sagen, dass der Zigarettenverkauf mehr besteuert wird als in anderen Ländern. Doch die Ergebnisse davon sind doppeldeutig: So ist die Raucherquote unter Männern seit 1972 von 38,7 Prozent auf 26,7% gesunken, aber bei Frauen von 9,8 Prozent auf 22,2% angestiegen. Dass heute generell weniger geraucht wird liegt wohl eher an einem kulturellen Wandel, der unter anderem durch Aufklärungskampagnien und Verbotszonen erreicht wurde.

Habe ich die Möglichkeit mitzubestimmen, wofür meine Steuern verwendet werden?2018-08-13T06:48:39+00:00

Grundsätzlich besteht diese Möglichkeit nicht. Mitbestimmung ist nur mittelbar, also über das Wählen von politischen Vertretern möglich. Diese gewählten Politiker debattieren dann in den politischen Institutionen, wofür Steuergelder verwendet werden (und wie viele Steuergelder überhaupt erst eingetrieben werden). Die Public-Choice-Denkrichtung aus den USA sieht gerade hier ein Problem: Politiker, wenn gewählt, werden ähnlich wie Normalbürger mit Eigeninteresse handeln – immerhin sind Politiker keine Engel, sondern auch nur Menschen mit Familien, einem Lebensstandard, Zielen und Wünschen. So können Politiker bei der Verteilung von Steuergeldern anfällig für Lobbyversuche sein oder Entscheidungen treffen, deren Grundlage eine mögliche Wiederwahl ist und nicht das Gemeinwohl. Auch Druck durch Medien oder politische Gegner ist nicht zu unterschätzen. Verlockungen und Zwänge können leicht – bewusst oder unbewusst – ins Dilemma führen.  Das Wählen von verantwortungsvollen Menschen ist also von enormer Bedeutung.

Warum gehen Regierungen nicht effizienter mit Steuergeld um, wenn sie dadurch Steuererhöhungen vermeiden oder die Steuern senken könnten?2018-08-13T06:41:24+00:00

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Auch bei einer ineffizienten Verwendung von Steuergeld gibt es Gruppen, die von einer solchen Verwendung profitieren. Diese Gruppen haben ein starkes Interesse daran, dass das Steuergeld auch weiterhin so verwendet wird und werden Änderungen zu verhindern suchen. Gleichzeitig sind die Profiteure eines effizienten Umgangs mit Steuergeld zwar nummernmäßig die größere Gruppe, die Steuererleichterung jedes Einzelnen bei Einstellen einer bestimmten ineffizienten Verwendung von Steuergeld ist aber vergleichsweise gering. Es besteht daher kaum Interesse, Zeit und Geld einzusetzen, um die vorgebrachten Gründe der Befürworter der ineffizienten Verwendung des Steuergelds zu entkräften.
  • Zudem neigt der bürokratische Apparat zu Verselbständigung und dadurch zu einem ineffizienten Einsatz von Steuergeld: Wenn jene Probleme, zu deren Lösung bürokratische Strukturen errichtet wurden, gelöst sind, löst sich nicht automatisch die bürokratische Struktur auf. In der Folge führt Bürokratie oft dazu, Probleme nicht zu lösen, sondern sie höchstens – bei Beibehaltung des Bürokratieapparats – bewältigbar zu machen. Verschärft wird die Ineffizienz in der Bürokratie dadurch, dass auf das Scheitern bürokratischer Problemmanagementversuche oft eine Erhöhung der Steuermittel für die gescheiterten bürokratischen Strukturen folgt – es wird also Misserfolg belohnt.
  • Der schwerwiegendste Grund ist, dass Staaten in einem sehr stark eingeschränkten Wettbewerb miteinander stehen, und die „Harmonisierung“ der Steuersysteme weiter vorangetrieben wird. Staaten, die sich den diesbezüglichen Forderungen anderer Staaten nicht unterwerfen, werden als „Steueroasen“ gebrandmarkt und mit Sanktionen belegt. Ein freier Steuerwettbewerb zwischen Staaten würde auf Dauer dafür sorgen, dass sich jene Staaten durchsetzen, welche die nachgefragten Leistungen bestmöglich und zu den niedrigsten Kosten (=Steuern) bereitstellen können. Die Auswirkungen der oben genannten Probleme wären dank der Disziplinierungsfunktion des Wettbewerbs viel schwächer als ohne Steuerwettbewerb. Die Ausschaltung dieses Wettbewerbs sorgt daher dafür, dass Ineffizienz im Umgang mit Steuergeld keine schmerzhaften Folgen für die Verursacher hat.
Muss ich viele Steuern zahlen, wenn ich ein Unternehmen gründen möchte?2018-08-13T06:37:58+00:00

Das kommt darauf an, um welches Unternehmen es sich handelt. Grundsätzlich kann zwischen Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Einzelunternehmen unterschieden werden.

  • Bei Kapitalgesellschaften kann für Gesellschafter eine Kommunalsteuerpflicht entstehen, eine Körperschaftsteuerpflicht für Gewinne entsteht unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens (25%, Mindesthöhe: 1.750 € pro Jahr).
  • Personengesellschaften sind keine Steuersubjekte – das bedeutet jedoch nicht, dass die Unternehmer in solchen keine Steuer zahlen müssen. Stattdessen gelten die allgemeinen Regeln des EStG, was in vielen Fällen zu einer ähnlich hohen End-Steuerlast im Vergleich zu Kapitalgesellschaften führt.
  • Bei Einzelunternehmen sind vierteljährlich Vorauszahlungen zur Einkommensteuer zu leisten, die sich zunächst an den erwarteten Gewinnen orientieren. Zudem besteht für Einzelunternehmer mit einem Jahresumsatz bis zu 30.000 € eine Umsatzsteuerbefreiung – das heißt, sie können Rechnungen ohne Umsatzsteuer legen, können aber gleichzeitig keine Vorsteuer abziehen.

Die direkt bei der Gründung fälligen Steuern und Abgaben sind weitestgehend abhängig davon, welche Güter im Zuge der Gründung angeschafft werden müssen, sodass das Unternehmen funktionieren kann. Ist es beispielsweise notwendig, ein Grundstück zu kaufen und in Betrieb zu setzen, werden verschiedenste Kommunal- und Bundesabgaben – wie zB die Grunderwerbsteuer – fällig.

Meine Eltern haben über Steuerabsetzbeträge gesprochen. Was versteht man darunter?2018-07-09T12:35:02+00:00

Steuerabsetzbeträge verringern die Höhe der zu zahlenden Einkommensteuer. Abgezogen werden diese Beträge direkt von der berechneten Steuer. Bei einem sehr geringen Einkommen – kann es durch diese Absetzbeiträge zu einer sogenannten Negativsteuer kommen, also zu einer Gutschrift beim Finanzamt (Rückerstattung von Sozialversicherungsbeiträgen).

Es gibt einige Absetzbeträge. Je nach Absetzbetrag sollen verschiedene Personengruppen durch eine geringere Steuerlast gegenüber anderen Steuerpflichtigen begünstigt werden. Die wichtigsten Absetzbeträge sind:

  • Verkehrsabsetzbetrag (Arbeitnehmer)
  • Pensionistenabsetzbetrag (Pensionsbezieher)
  • Alleinverdienerabsetzbetrag (Alleinverdiener)
  • Unterhaltsabsetzbetrag (Unterhaltsverpflichtete)
  • Kinderabsetzbetrag (Familienbeihilfebezieher)

Automatisch abgezogen (durch den Arbeitgeber oder die pensionsauszahlende Stelle) wird der Verkehrsabsetzbetrag und Pensionistenabsetzbetrag. Um die Berücksichtigung der anderen Absetzbeträge müssen sich die Steuerpflichtigen – sofern die Voraussetzungen vorliegen – selbst kümmern.

Zusammengefasst findet durch Absetzbeträge eine steuerliche Besserstellung vor allem dieser Personengruppen statt:

  • Arbeitnehmer
  • Pensionsbezieher
  • Personen mit Kind(ern)
Zahlen alle Bürger Steuern?2018-07-09T12:34:04+00:00

Durch die Vielzahl verschiedener Steuern gibt es defakto keine Bürger, die keine Steuern zahlen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, wie viel Steuern man bezahlt und welche staatlichen Transferleistungen man erhält. Wird die gezahlte Steuer den staatlichen Transferleistungen gegenübergestellt, zeigt sich z.B. anhand der Einkommensteuer folgendes: Ab etwa 20.000 € Jahresverdienst wird man zum Nettozahler.Unter dieser Verdienstgrenze ist man Nettoempfänger, d.h. man bekommt mehr Transferleistungen des Staates als man an Einkommensteuer zahlt (verwendete Quelle für diese Aussage?). Für andere Steuern ist eine solche Gegenüberstellung schwieriger – klar ist aber, dass auch Geringverdiener – welche z.B. nicht der Einkommenzteuer unterliegen – Steuern, z.B. in Form von Mehrwertsteuer zahlen. Allerdings handelt es sich in diesen Fällen oftmals um – zuvor beschriebene – Nettoempfänger, welche über die staatliche Umverteilung in Form von Transferleistungen (z.B. Sozialleistungen) mehr Geld erhalten als Sie in Summe an Steuern zahlen.

Was passiert wenn ich mich weigere Steuern zu zahlen?2018-07-09T12:33:26+00:00
  1. Werden Steuern nicht rechtzeitig entrichtet, so sind Säumniszuschläge zu bezahlen. Der erste Säumniszuschlag beträgt 2 % der nicht zeitgerecht entrichteten Steuer. Wird die Steuer nicht spätestens nach 3 Monaten entrichtet, so ist ein zweiter Säumniszuschlag in Höhe von 1 % der nicht entrichteten Steuer zu bezahlen. Wird die Steuer nicht spätestens nach 3 weiteren Monaten entrichtet, so ist ein dritter Säumniszuschlag in Höhe von 1 % der nicht entrichteten Steuer zu bezahlen.
  2. Werden Steuern länger nicht entrichtet, so erfolgt die zwangsweise Einbringung der Abgabenschuld im finanzbehördlichen oder gerichtlichen Vollstreckungsverfahren (z.B. Pfändung und Verkauf körperlicher Sachen).
  3. Zusätzlich zur zwangsweisen Einbringung der nicht bezahlten Abgabenschuld können bei Verletzung der Anzeige-, Offenlegungs- oder Wahrheitspflicht auch Finanzstrafen verhängt werden. Diese Strafen hängen vom Grad des Verschuldens und den Umständen der Tatbegehung ab. Vorgesehen sind unterschiedlich hohe Geldstrafen, aber auch Freiheitsstrafen (z.B. beim Abgabenbetrug). Finanzstrafen werden somit nicht verhängt, wenn ein Abgabepflichtiger dem Finanzamt richtige Steuererklärungen übermittelt und „nur“ die Steuerzahlung verweigert.
Was bedeutet der Begriff Flat-Tax?2018-08-13T07:03:30+00:00

Die meisten Länder der Welt besteuern die Einkommen ihrer Bürger progressiv. Das bedeutet, dass der zu Grenzsteuersatz mit der Höhe des Einkommens steigt. In Österreich zum Beispiel werden Jahreseinkommen bis 11.000 € nicht besteuert, jeder weitere Euro bis zur Höhe von 18.000 € wird mit 25% besteuert, jeder darüber hinausgehende Euro bis zu einem Gesamteinkommen von 31.000€ wird wiederum mit 35 % besteuert. Nach diesem Prinzip wird fortgefahren: 31.000-60.000 mit 42% , 60.000-90.000 mit 48%, 90.000-1 Mio. mit 50% und ab über einer Millionen fällt ein Steuersatz von 55% an.

Bei einer Flat-Tax Regelung hingegen gilt für jede Einkommenshöhe ein einziger einheitlicher Steuersatz. Meistens ist Flat-Tax mit einem Freibetrag (der festsetzt bis zu welcher Einkommenshöhe gar keine Steuern anfallen) kombiniert. Die Idee hinter der Flat-Tax ist  eine verständliche, einfache und transparente Berechnung von Steuerpflichten zu schaffen. Charakteristisch für die Flat-Tax ist der finanzielle Anreiz für den Steuerpflichtigen, mehr zu leisten, ohne für die Mehrleistung durch prozentuell höhere Steuern „bestraft“ zu werden. Allerdings ergeben sich aus einer niedrigen Flat Tax Probleme bei der Finanzierung des Staatshaushalts.

Was bedeutet der Begriff Doppelbesteuerung?2018-07-09T12:27:47+00:00

Eine Doppelbesteuerung besteht dann, wenn ein und dieselben Einkünfte einer Person innerhalb eines identischen Zeitraumes zweimal besteuert werden. Das passiert zumeist dann, wenn die Besteuerung in einem Land zwischen nationaler und regionaler Ebene oder zwischen zwei Ländern, innerhalb eines Bereiches miteinander kollidieren, also verschiedene Körperschaften auf das gleiche Einkommen im gleichen Zeitraum gleichartige Steuern erheben. Dies steht im Gegensatz zur Doppelbelastung, also wenn auf ein und dasselbe Einkommen unterschiedliche Steuern erhoben werden. Um Doppelbesteuerungen zu vermeiden, wird versucht diese mittels Doppelbesteuerungsabkommen verhindern, sodass der Steuerpflichtige mit seinem Einkommen im Wesentlichen nur einmal steuerlich belastet wird.

Bedeuten höhere Steuern auch automatisch höhere Steuereinnahmen?2018-06-16T16:56:40+00:00

Der Zusammenhang zwischen der Höhe der Steuern (Steuerquote) und den Steuereinnahmen (Steueraufkommen) wird unter anderem mit Hilfe der Laffer-Kurve dargestellt. Sie zeigt das Prinzip, dass eine höhere Steuerquote den Anreiz senkt, wirtschaftliche Leistung zu erbringen. Daher führen höhere Steuern ab einem gewissen Punkt dazu, dass das Gesamtsteueraufkommen sinkt. Auf der einen Seite (der Laffer-Kurve) führt eine Besteuerung von 0 Prozent zu keinen Steuereinnahmen. Andererseits bestünde bei einer Besteuerung von 100 Prozent kein Anreiz für offizielle wirtschaftliche Leistungen, wodurch die Anzahl der zu besteuernden Gehälter/Gewinne gegen 0 ginge und somit ebenso keine  Steuereinnahmen generiert werden könnten. Die Abgabenquote, welche die höchstmöglichen Steuereinnahmen erbringt, liegt irgendwo dazwischen. Zwar ist es nicht möglich diesen Umkehrpunkt auf der Kurve zu berechnen. Jedoch gibt es die Möglichkeit sich diesem, mittels empirischer Daten, zu nähern. (https://news.wko.at/news/oesterreich/Warum_die_Steuereinnahmen_trotz_Steuerreform_gestiegen_sind.pdf)

Wo kann ich mich über die Unterschiede von Steuersystemen auf der Welt informieren?2018-06-16T16:55:23+00:00

Wenn Du mehr zum Thema Steuern erfahren willst, besuche die Websiten des Hayek Instituts und der WKO und entdecke erstaunliche Unterschiede ebenso wie Parallelen! Wenn Du Dich selbst an Diskussionen über Steuern, deren Verwendung, über Wirtschaft, über Bildung und Werte beteiligen willst, nimm an der lebhaften Debatte zur Zukunft Europas auf der Plattform Values4Europe teil.

Wie viel Steuergeld aus Österreich geht an die EU?2018-06-16T16:54:28+00:00

Österreich zahlte 2016 insgesamt 2,76 Milliarden Euro in das Budget der Europäischen Union ein. Den Einzahlungen stehen jedoch auch Zahlungen der EU an Österreich – z.B. zur (Ko-)Finanzierung von Projekten oder der Agrarförderung – gegenüber, welche 2016 1,94 Milliarden Euro betrugen. Genaue Daten werden von der WKO aufzeigt. Österreich  ist also eines der Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union, die als „Nettozahler“ bezeichnet werden. „Nettozahler“ sind jene zehn Mitgliedsstaaten, die mehr in das EU-Budget einzahlen als sie herausnehmen. Österreich unterstützt damit indirekt „Nettoempfänger“ (18 EU Mitgliedsländer), die weniger einzahlen, als sie von der EU erhalten.  Österreichs durchschnittlicher jährlicher „Nettobeitrag“ seit dem EU-Beitritt beträgt ca. 0,5 -0,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Bewertung des Nutzens der EU-Mitgliedschaft für Österreich kann jedoch nicht darauf reduziert werden, dass man die Rückflüsse von der EU an Österreich von dem österreichischen Bruttobeitrag an das EU-Budget abzieht. Die „Nettozahler-Position“ Österreichs wird oft kritisiert, die Diskussion aber stets zu kurzsichtig und wenig objektiv geführt: So sind die bewertbaren Nutzen der EU-Mitgliedschaft weit höher als der durchschnittliche „Nettobeitrag“ (Wifo, 2015): allein der Wegfall der Zollkontrollen erspart der österreichischen Wirtschaft 1,7-4,2 Milliarden Euro jährlich, der Wohlstandsgewinn allein durch den EU Beitritt beträgt 32 Mrd. Euro im Jahr 2015.

Was ist eine Mehrwertsteuer?2018-06-16T16:53:44+00:00

Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer, die bei jedem Geschäft zwischen zwei oder mehr Parteien fällig wird.

Würde beispielsweise ein Elektronikgeschäft ein Handy für 500 Euro verkaufen und ist die Umsatzsteuer 20 Prozent, kostet das Handy schlussendlich 600 Euro für den Käufer. Den Differenzbetrag von 100 Euro führt das Geschäft sodann als Umsatzsteuer an das Finanzamt ab.

Das Besondere an der Umsatzsteuer ist, wie die WKO erklärt, dass sie auf jeder Wirtschaftsstufe (z.B. beim Produzenten, Hersteller, Händler) anfällt. Hat also das Elektronikgeschäft das Handy selbst für 400 Euro eingekauft musste es  80 Euro an Mehrwertsteuer zahlen (20 Prozent von 400 Euro). Diese 80 Euro – auch Vorsteuer genannt – darf vom Elektronikgeschäft mit der durch den Verkauf des Handys anfallende Umsatzsteuer von 100 Euro verrechnet werden. Schlussendlich muss nur die Differenz – als Mehrwertsteuer – vom Unternehmen an das Finanzamt abgeführt werden: in diesem Fall also 20 Euro. Derzeit beträgt die Mehrwertsteuer in Österreich 20 Prozent (mit Ausnahmen).

Während die Mehrwertsteuer den Vorteil hat, dass jede Wirtschaftsstufe selbst besteuert wird, ist dem Konsumenten diese Steuer meist jedoch nicht bewusst. Im Gegensatz zu einer reinen Verkaufssteuer, wo der Konsument die gesamte Steuer aufbringen muss, sieht er bei der Mehrwertsteuer nicht, wie hoch die Steuern tatsächlich sind. Die 20 Euro im Beispiel vorher werden nicht vom Konsumenten bezahlt, sondern von dem Elektronikgeschäft. Das heißt nicht, dass der Verkaufspreis des Handys dadurch um 20 Euro sinkt – das Geschäft wird diese Kosten im finalen Verkaufspreis einfach mit einberechnen. Es heißt jedoch, dass die 20 Euro auf der Quittung nicht mehr als Steuer ersichtlich sind. Dies bietet dem Staat potenziell die Möglichkeit, deutlich höhere Steuern zu erheben, da sich die einzelnen Akteure in der Wirtschaft nicht mehr des Ausmaßes bewusst sind.

Haben Länder mit niedrigeren Steuern als Österreich mehr Wirtschaftswachstum?2018-06-16T16:52:48+00:00

Das gilt nicht unter allen Umständen. Statistiken zeigen einen leichten Trend, dass niedrigere Steuern zu mehr Wirtschaftswachstum führen. Aus dem Index of Economic Freedom, der jährlich von der US-amerikanischen Heritage Foundation erstellt wird geht folgendes hervor: jene zehn Länder, die in der Kategorie „Steuerlast“ am besten abschneiden, d.h. ihre Bürger und Unternehmen am wenigsten mit Abgaben belasten, erreichten über die letzten fünf Jahre ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. In Österreich, eines der Länder mit der höchsten Steuer- und Abgabenbelastung weltweit, wurde im selben Zeitraum ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8 Prozent erzielt. Es wäre trotzdem unklug, Steuerlast als einzigen Faktor zu betrachten. Für Wirtschaftswachstum müssen viele Faktoren stimmen, wie zum Beispiel der Schutz von privatem Eigentum, wenig Bürokratie, ein verlässlicher Rechtsstaat und viele mehr. Niedrige Steuern können die Wirtschaft stärken, wie prominente Beispiele – etwa die USA unter Ronald Reagan oder Großbritannien unter Margaret Thatcher – zeigen, doch sie sind nicht alleine ausreichend, um für garantierten Erfolg zu sorgen.

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