100 Fragen

100 Fragen 2018-06-24T22:35:09+00:00
Hier beantworten wir jede Woche neue Fragen, die uns von Schülern gestellt wurden.
Was bedeutet der Begriff Flat-Tax? 2018-07-09T12:33:37+00:00

Die meisten Länder der Welt besteuern die Einkommen ihrer Bürger progressiv. Das bedeutet, dass der zu Grenzsteuersatz mit der Höhe des Einkommens steigt. In Österreich zum Beispiel werden Jahreseinkommen bis 11.000 € nicht besteuert, jeder weitere Euro bis zur Höhe von 18.000 € wird mit 25% besteuert, jeder darüber hinausgehende Euro bis zu einem Gesamteinkommen von 31.000€ wird wiederum mit 35 % besteuert. Nach diesem Prinzip wird fortgefahren: 31.000-60.000 mit 42% , 60.000-90.000 mit 48%, 90.000-1 Mio. mit 50% und ab über einer Millionen fällt ein Steuersatz von 55% an.

Bei einer Flat-Tax Regelung hingegen gilt für jede Einkommenshöhe ein einziger einheitlicher Steuersatz. Meistens ist Flat-Tax mit einem Freibetrag (der festsetzt bis zu welcher Einkommenshöhe gar keine Steuern anfallen) kombiniert. Die Idee hinter der Flat-Tax ist   eine verständliche, einfache und transparente Berechnungen von Steuerpflichten zu schaffen. Charakteristisch für die Flat-Tax ist der finanzielle Anreiz für den Steuerpflichtigen, mehr zu leisten, ohne für die Mehrleistung durch prozentuell höhere Steuern „bestraft“ zu werden. Allerdings ergeben sich aus einer niedrigen Flat Tax Probleme bei der Finanzierung des Staatshaushalts.

(https://www.wko.at/service/steuern/Aktuelle-Werte:-Einkommen–Koerperschaftsteuer-ab-2016.html)

Was bedeutet der Begriff Doppelbesteuerung? 2018-07-09T12:27:47+00:00

Eine Doppelbesteuerung besteht dann, wenn ein und dieselben Einkünfte einer Person innerhalb eines identischen Zeitraumes zweimal besteuert werden. Das passiert zumeist dann, wenn die Besteuerung in einem Land zwischen nationaler und regionaler Ebene oder zwischen zwei Ländern, innerhalb eines Bereiches miteinander kollidieren, also verschiedene Körperschaften auf das gleiche Einkommen im gleichen Zeitraum gleichartige Steuern erheben. Dies steht im Gegensatz zur Doppelbelastung, also wenn auf ein und dasselbe Einkommen unterschiedliche Steuern erhoben werden. Um Doppelbesteuerungen zu vermeiden, wird versucht diese mittels Doppelbesteuerungsabkommen verhindern, sodass der Steuerpflichtige mit seinem Einkommen im Wesentlichen nur einmal steuerlich belastet wird.

Bedeuten höhere Steuern auch automatisch höhere Steuereinnahmen? 2018-06-16T16:56:40+00:00

Der Zusammenhang zwischen der Höhe der Steuern (Steuerquote) und den Steuereinnahmen (Steueraufkommen) wird unter anderem mit Hilfe der Laffer-Kurve dargestellt. Sie zeigt das Prinzip, dass eine höhere Steuerquote den Anreiz senkt, wirtschaftliche Leistung zu erbringen. Daher führen höhere Steuern ab einem gewissen Punkt dazu, dass das Gesamtsteueraufkommen sinkt. Auf der einen Seite (der Laffer-Kurve) führt eine Besteuerung von 0 Prozent zu keinen Steuereinnahmen. Andererseits bestünde bei einer Besteuerung von 100 Prozent kein Anreiz für offizielle wirtschaftliche Leistungen, wodurch die Anzahl der zu besteuernden Gehälter/Gewinne gegen 0 ginge und somit ebenso keine  Steuereinnahmen generiert werden könnten. Die Abgabenquote, welche die höchstmöglichen Steuereinnahmen erbringt, liegt irgendwo dazwischen. Zwar ist es nicht möglich diesen Umkehrpunkt auf der Kurve zu berechnen. Jedoch gibt es die Möglichkeit sich diesem, mittels empirischer Daten, zu nähern. (https://news.wko.at/news/oesterreich/Warum_die_Steuereinnahmen_trotz_Steuerreform_gestiegen_sind.pdf)

Wo kann ich mich über die Unterschiede von Steuersystemen auf der Welt informieren? 2018-06-16T16:55:23+00:00

Wenn Du mehr zum Thema Steuern erfahren willst, besuche die Websiten des Hayek Instituts und der WKO und entdecke erstaunliche Unterschiede ebenso wie Parallelen! Wenn Du Dich selbst an Diskussionen über Steuern, deren Verwendung, über Wirtschaft, über Bildung und Werte beteiligen willst, nimm an der lebhaften Debatte zur Zukunft Europas auf der Plattform Values4Europe teil.

Wie viel Steuergeld aus Österreich geht an die EU? 2018-06-16T16:54:28+00:00

Österreich zahlte 2016 insgesamt 2,76 Milliarden Euro in das Budget der Europäischen Union ein. Den Einzahlungen stehen jedoch auch Zahlungen der EU an Österreich – z.B. zur (Ko-)Finanzierung von Projekten oder der Agrarförderung – gegenüber, welche 2016 1,94 Milliarden Euro betrugen. Genaue Daten werden von der WKO aufzeigt. Österreich  ist also eines der Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union, die als „Nettozahler“ bezeichnet werden. „Nettozahler“ sind jene zehn Mitgliedsstaaten, die mehr in das EU-Budget einzahlen als sie herausnehmen. Österreich unterstützt damit indirekt „Nettoempfänger“ (18 EU Mitgliedsländer), die weniger einzahlen, als sie von der EU erhalten.  Österreichs durchschnittlicher jährlicher „Nettobeitrag“ seit dem EU-Beitritt beträgt ca. 0,5 -0,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Bewertung des Nutzens der EU-Mitgliedschaft für Österreich kann jedoch nicht darauf reduziert werden, dass man die Rückflüsse von der EU an Österreich von dem österreichischen Bruttobeitrag an das EU-Budget abzieht. Die „Nettozahler-Position“ Österreichs wird oft kritisiert, die Diskussion aber stets zu kurzsichtig und wenig objektiv geführt: So sind die bewertbaren Nutzen der EU-Mitgliedschaft weit höher als der durchschnittliche „Nettobeitrag“ (Wifo, 2015): allein der Wegfall der Zollkontrollen erspart der österreichischen Wirtschaft 1,7-4,2 Milliarden Euro jährlich, der Wohlstandsgewinn allein durch den EU Beitritt beträgt 32 Mrd. Euro im Jahr 2015.

Was ist eine Mehrwertsteuer? 2018-06-16T16:53:44+00:00

Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer, die bei jedem Geschäft zwischen zwei oder mehr Parteien fällig wird.

Würde beispielsweise ein Elektronikgeschäft ein Handy für 500 Euro verkaufen und ist die Umsatzsteuer 20 Prozent, kostet das Handy schlussendlich 600 Euro für den Käufer. Den Differenzbetrag von 100 Euro führt das Geschäft sodann als Umsatzsteuer an das Finanzamt ab.

Das Besondere an der Umsatzsteuer ist, wie die WKO erklärt, dass sie auf jeder Wirtschaftsstufe (z.B. beim Produzenten, Hersteller, Händler) anfällt. Hat also das Elektronikgeschäft das Handy selbst für 400 Euro eingekauft musste es  80 Euro an Mehrwertsteuer zahlen (20 Prozent von 400 Euro). Diese 80 Euro – auch Vorsteuer genannt – darf vom Elektronikgeschäft mit der durch den Verkauf des Handys anfallende Umsatzsteuer von 100 Euro verrechnet werden. Schlussendlich muss nur die Differenz – als Mehrwertsteuer – vom Unternehmen an das Finanzamt abgeführt werden: in diesem Fall also 20 Euro. Derzeit beträgt die Mehrwertsteuer in Österreich 20 Prozent (mit Ausnahmen).

Während die Mehrwertsteuer den Vorteil hat, dass jede Wirtschaftsstufe selbst besteuert wird, ist dem Konsumenten diese Steuer meist jedoch nicht bewusst. Im Gegensatz zu einer reinen Verkaufssteuer, wo der Konsument die gesamte Steuer aufbringen muss, sieht er bei der Mehrwertsteuer nicht, wie hoch die Steuern tatsächlich sind. Die 20 Euro im Beispiel vorher werden nicht vom Konsumenten bezahlt, sondern von dem Elektronikgeschäft. Das heißt nicht, dass der Verkaufspreis des Handys dadurch um 20 Euro sinkt – das Geschäft wird diese Kosten im finalen Verkaufspreis einfach mit einberechnen. Es heißt jedoch, dass die 20 Euro auf der Quittung nicht mehr als Steuer ersichtlich sind. Dies bietet dem Staat potenziell die Möglichkeit, deutlich höhere Steuern zu erheben, da sich die einzelnen Akteure in der Wirtschaft nicht mehr des Ausmaßes bewusst sind.

Haben Länder mit niedrigeren Steuern als Österreich mehr Wirtschaftswachstum? 2018-06-16T16:52:48+00:00

Das gilt nicht unter allen Umständen. Statistiken zeigen einen leichten Trend, dass niedrigere Steuern zu mehr Wirtschaftswachstum führen. Aus dem Index of Economic Freedom, der jährlich von der US-amerikanischen Heritage Foundation erstellt wird geht folgendes hervor: jene zehn Länder, die in der Kategorie „Steuerlast“ am besten abschneiden, d.h. ihre Bürger und Unternehmen am wenigsten mit Abgaben belasten, erreichten über die letzten fünf Jahre ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. In Österreich, eines der Länder mit der höchsten Steuer- und Abgabenbelastung weltweit, wurde im selben Zeitraum ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8 Prozent erzielt. Es wäre trotzdem unklug, Steuerlast als einzigen Faktor zu betrachten. Für Wirtschaftswachstum müssen viele Faktoren stimmen, wie zum Beispiel der Schutz von privatem Eigentum, wenig Bürokratie, ein verlässlicher Rechtsstaat und viele mehr. Niedrige Steuern können die Wirtschaft stärken, wie prominente Beispiele – etwa die USA unter Ronald Reagan oder Großbritannien unter Margaret Thatcher – zeigen, doch sie sind nicht alleine ausreichend, um für garantierten Erfolg zu sorgen.

Kontakt

Wenn Sie Fragen haben, die hier noch nicht beantwortet haben, oder etwas zu den Fragen anmerken wollen, können Sie uns jederzeit kontaktieren: