100 Fragen

100 Fragen2018-11-27T16:26:23+02:00
Hier beantworten wir jede Woche neue Fragen, die uns von Schülern gestellt wurden.
Was ist eine Quellensteuer?2019-07-01T12:57:19+02:00

Eine Quellensteuer ist eine Einkommenssteuer, welche von der ein Einkommen zahlenden Person und nicht vom Empfänger eines Einkommens abzugeben ist. Die Steuer wird somit vom Einkommen des Empfängers einbehalten oder abgezogen. In den meisten Ländern wird eine Quellensteuer auf das Arbeitseinkommen erhoben. Viele Länder verlangen auch eine Quellensteuer auf Zins- oder Dividendenzahlungen. In den meisten Rechtsordnungen gibt es zusätzliche Quellensteuerverpflichtungen, wenn der Empfänger des Einkommens in einer anderen Rechtsordnung ansässig ist, und unter diesen Umständen wird die Quellensteuer manchmal auf Lizenzgebühren, Miete oder sogar den Verkauf von Immobilien erhoben. Regierungen verwenden die Quellensteuer als Mittel zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und erheben manchmal zusätzliche Quellensteueranforderungen, wenn der Empfänger bei der Abgabe von Steuererklärungen überfällig war oder in Branchen, in denen Steuerhinterziehung überdurchschnittlich oft vorkommt.

Was wird unter kooperativen Steuergebieten verstanden?2019-07-01T12:53:38+02:00

Die EU-Liste der nicht kooperativen Steuergebiete ist eine am 5. Dezember 2017 von den Finanzministern der EU-Mitgliedsstaaten beschlossene „Schwarze Liste“.

Auf dieser Liste wurden 17 Staaten aufgelistet, deren Steuerpolitik nicht den Vorstellungen der Europäischen Union zur international „gerechten Besteuerung“ genügen. Diese Liste soll der Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steueroasen dienen. Die Hoffnung besteht darin, dass sich auf der Liste befindliche Staaten, um Wirtschaftssanktionen oder anderen Maßnahmen vorzubeugen, „freiwillig“ an die steuerlichen Regeln der Europäischen Union anpassen.

Die originale Liste der 17 „nicht kooperativen Staaten“ bestand aus:

Amerikanisch-Samoa, Bahrain, Barbados, Grenada, Guam, Korea (Republik), Macao SAR, Marshallinseln, Mongolei, Namibia, Palau, Panama, Saint Lucia, Samoa, Trinidad und Tobago, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate

Nach dem Wegfallen beziehungsweise Dazukommen einiger Staaten besteht die Liste Mittlerweile aus den folgenden 12 (Stand 22 Mai 2019):

Amerikanisch-Samoa,  Belize, Dominica, Fidschi, Guam, Marshallinseln, Oman, Samoa, Trinidad und Tobago, Vereinigte Arabische Emirate, US Jungferninseln, Vanuatu*

*https://eur-lex.europa.eu/legal-content/en/TXT/PDF/?uri=uriserv:OJ.C_.2019.176.01.0002.01.ENG

Was versteht man unter CO2 Zertifikaten bzw. dem Emissionshandel?2019-07-01T12:51:22+02:00

Der Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten, ist ein marktbasierter Ansatz zur Eindämmung der Umweltverschmutzung durch CO2, der wirtschaftliche Anreize für die Verringerung der Emissionen bietet.

Eine zentrale Behörde (in der Regel eine Regierungsstelle) erteilt oder verkauft eine begrenzte Anzahl von Genehmigungen, um bestimmte Mengen CO2 pro Zeitabschnitt auszustoßen. Verursacher sind verpflichtet, Genehmigungen in Höhe ihrer Emissionen zu besitzen. Verursacher, die ihre Emissionen erhöhen wollen, müssen Zertifikate von anderen kaufen, die bereit sind, sie zu verkaufen. Finanzderivate von Genehmigungen können auch an Sekundärmärkten gehandelt werden.

Innerhalb der EU trat der Emissionshandel mit Januar 2005 in Kraft und betrifft den CO2 Ausstoß von 11.000 Anlagen in 31 europäischen Ländern.

Was ist eine Umsatzsteuer?2019-07-01T12:48:38+02:00

Die Umsatzsteuer stellt eine Abgabe auf den Austausch von Waren und Dienstleistungen dar.

Für Österreichische Unternehmer fällt ab einem Jahresumsatz von 30.000 € Umsatzsteuer an.

Unter dem Begriff Umsatzsteuer fallen in Österreich drei Steuersätze: der Normalsteuersatz von 20 %, der ermäßigte Steuersatz von 10 % und ein spezieller ermäßigter Steuersatz von 13 %.

In Österreich ist Umsatzsteuer eine Bundessteuer und wird daher unter der Steuerhoheit des Bundes eingenommen. Die dann folgende Aufteilung dieser Mittel auf die Bundesländer wird jeweils neu verhandelt. Die in Österreich geltende Regelung ist zum Großteil eine nationale Umsetzung des durch die EU mittels Richtlinien vorgegebenen Umsatzsteuerrechts.

Was ist eine Vermögenssteuer?2019-07-01T12:46:20+02:00

Eine Vermögenssteuer (auch Kapitalsteuer) ist eine Abgabe auf den Gesamtwert des Privatvermögens einer Person, einschließlich deren Bankeinlagen, Immobilien, Vermögenswerte in Versicherungs- und Pensionsplänen, Eigentum an nicht eingetragenen Unternehmen, finanzielle Sicherheiten und persönliche Treuhandfonds.

Einige Staaten verlangen die Angabe der Bilanzaufstellung des Steuerzahlers und erheben daher eine Kapitalsteuer als Prozentsatz des Nettovermögens, welches ein bestimmtes Niveau überschreitet. Vermögenssteuern können auf natürliche Personen beschränkt oder auf juristische Personen wie Körperschaften ausgedehnt werden.

So erhebt die Schweiz zum Beispiel eine progressive Vermögenssteuer, welche je nach Wohnort variiert. Die meisten Kantone haben keine Vermögenssteuer für Privatvermögen unter CHF 200’000 und erheben einen progressiven, Steuersatz auf das Nettovermögen mit einem Höchstsatz von 0,14% bis 0,94% je nach Kanton und Wohngemeinde. Die Vermögenssteuer wird auf das weltweite Vermögen von in der Schweiz ansässigen Personen erhoben, nicht aber auf das Vermögen von Ausländern in der Schweiz.*

In Österreich gibt es keine Vermögenssteuern.

* https://www.expatica.com/ch/finance/taxes/an-expats-guide-to-swiss-taxes-101589/#wealth

Was ist die Schenkungssteuer?2019-05-29T12:07:54+02:00

Die Schenkungssteuer wurde in Österreich auf Geschenke eingehoben und war als Ausgleich für die Besteuerung anderer Vermögenszuwächse (Arbeit/Einkommensteuer, Erbschaft/Erbschaftssteuer) gedacht. Mit dem 1. August 2008 wurde die Schenkungssteuer abgeschafft. An deren Stelle trat jedoch eine für gewisse Schenkungen unter Lebenden vorgesehene Meldepflicht. Meldepflichtig sind unter anderem Schenkungen oder Zweckzuweisungen von Vermögenswerten in Bargeld, Kapitalforderungen, Anteilen an Kapitalgesellschaften und stille Gesellschaftsbeteiligungen.

Was sind Kapitalverkehrsteuern?2019-05-19T10:37:53+02:00

Kapitalverkehrsteuern sind Verkehrssteuern („Verkehr“ bezieht sich auf Rechts- und Wirtschaftsverkehr) auf Umsätze aus Unternehmensanteilen und zählen zu den sogenannten Bagatellsteuern. Zu den Kapitalverkehrsteuern zählten in Österreich die Gesellschaftsteuer, die Wertpapiersteuer und die Börsenumsatzsteuer. Die Wertpapiersteuer ist seit 1995 außer Kraft, die Börsenumsatzsteuer seit 2000 und die Gesellschaftsteuer wurde schließlich im Jahr 2016 abgeschafft. In Österreich gibt es daher derzeit keine Kapitalverkehrsteuern.

Was ist die Einkommensteuer?2019-05-24T13:10:09+02:00

Die Einkommenssteuer ist eine Steuer auf die Summe der einzelnen Jahreseinkünfte einer natürlichen Person, die sich nach dem Abzug von Sonderausgaben und „außergewöhnlichen Belastungen“ ergibt. Grundsätzlich unterscheidet man bei der Einkommensteuer zwischen 7 Einkunftsarten, die zur Ermittlung des Jahreseinkommens herangezogen werden und einer progressiven Besteuerung (d.h. der Durchschnittssteuersatz steigt mit steigendem Einkommen immer weiter an) unterzogen werden. Dabei wird die Einkommensteuer aus der Einkunftsart „unselbständige Arbeit“ auch als „Lohnsteuer“ bezeichnet. Die Tarife lauten wie folgt (Stand Mai 2019):

EinkommensteuertarifstufenGrenzsteuersatz
Ab 11.00025%
Ab 18.00035%
Ab 31.00042%
Ab 60.00048%
Ab 90.00050%
Ab 1.000.00055%
Was versteht man unter einer Getränkesteuer?2019-05-19T09:53:33+02:00

Die Getränkesteuer ist eine Steuer auf alkoholhaltige Getränke und wurde in Österreich bis zum Jahr 2000 in einer Höhe von 10% des Verkaufspreises erhoben. Getränkesteuern zählen zu den sogenannten Lenkungssteuern. Lenkungssteuern dienen nicht wie die meisten anderen Steuerformen primär zur Finanzierung des Staatshaushalts, sondern vielmehr der Steuerung des Konsumentenverhaltens. Der Zweck solcher Steuern besteht darin, den Konsum beziehungsweise Vertrieb von bestimmten Produkten zu senken.

Was sind Bagatellsteuern?2019-05-15T08:28:50+02:00

Als Bagatellsteuern gelten Steuern, welche ein nur geringes Aufkommen im Vergleich zum Gesamtsteuereinkommen einer Gebietskörperschaft erzielen. Bis zu welchem genauen Anteil des Gesamtsteuereinkommens eine Steuer als Bagatellsteuer gilt, ist jedoch nicht einheitlich festgelegt. Das Problem bei Bagatellsteuern ist oftmals, dass der Aufwand zur Einhebung und der nachfolgende Bürokratieaufwand das Steueraufkommen übersteigen, weshalb eine Abschaffung von Bagatellsteuern in vielen Fällen sinnvoll wäre.

Gibt es neben Steuern für einen Staat noch andere Möglichkeiten Geld einzunehmen?2019-03-30T12:25:18+02:00

Grundsätzlich ja, beispielsweise durch staatliche Monopole. In den letzten Jahrzehnten ist man jedoch von dieser Finanzierungsmöglichkeit für staatliche Leistungen eher abgegangen, da sich an vielen Beispielen gezeigt hat, dass staatliche (Monopol-)Unternehmen eine eher geringe Effizienz aufweisen und daher in vielen Fällen sowohl der Wohlstand als auch die Staatseinnahmen (über die Besteuerung der Unternehmensgewinne) gesteigert werden können, wenn diese Monopole abgeschafft und staatliche Unternehmen privatisiert werden.

Was passiert wenn ein Staat mehr ausgibt als er durch Steuern und sonstige Einnahmen erhält?2019-03-30T12:24:12+02:00

Wenn der Staat mehr ausgibt als er einnimmt, muss er sich verschulden. Es werden zu diesem Zweck Staatsanleihen ausgegeben, die meist von Banken und Versicherungen aufgekauft werden und eine ähnliche Funktion erfüllen wie ein Kredit: Der Staat erhält eine Geldsumme und verpflichtet sich, gewisse Rückzahlungen und Zinszahlungen in der Zukunft an den Anteilseigner zu leisten. Wie in letzter Zeit deutlich wurde, ist eine hohe staatliche Verschuldung gefährlich, da sie im Falle des Steigens der Zinszahlungen (z.B. aufgrund eines höheren Risikos) schnell zu der Zahlungsunfähigkeit eines Staates führen kann. Zudem ist zu bedenken, dass eine Erhöhung der Schulden heute immer eine Erhöhung der Steuerbelastung in der Zukunft zur Folge hat.

Werden in Österreich das 13. und 14. Monatsgehalt auch regulär besteuert?2019-05-20T12:32:45+02:00

Das 13. und 14. Monatsgehalt wird zwar besteuert, aber zu deutlich niedrigeren Sätzen als die anderen Gehaltszahlungen. Die ersten 620 € bleiben dabei steuerfrei, der verbleibende Teil bis 25.000 € wird mit 6% versteuert. 25.000 € übersteigende Einkommensteile werden bis 50.000 € mit 27% besteuert, darüber liegende Einkommensteile mit 35,75%. Alle über 83.333 € liegenden Einkommensteile, die im Rahmen des 13. und 14. Monatsgehalt als Sonderzahlungen ausbezahlt werden, werden nach dem normalen Einkommensteuersatz besteuert.

Was ist eine Bemessungsgrundlage?2019-05-20T12:59:11+02:00

Die Bemessungsgrundlage ist die Grundlage, auf deren Basis die Steuer berechnet wird. Im Falle der Einkommensteuer ist die Bemessungsgrundlage das Bruttoeinkommen nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und einiger anderer kleinerer Abgaben. Im Falle der Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer) ist die Bemessungsgrundlage der Kaufpreis. Grundsätzlich kann man bei Bemessungsgrundlagen unterscheiden zwischen solchen, die auf den Wert der steuerrelevanten Handlung anknüpfen (z.B. Einkommensteuer, Umsatzsteuer), und solchen, die auf andere Merkmale anknüpfen (z.B. Biersteuer, Hundesteuer). Berücksichtigt wird bei der Bemessungsgrundlage zudem oftmals die “persönliche Leistungsfähigkeit” – es werden hierfür bereits bei Berechnung der Bemessungsgrundlage steuerlastmindernde Merkmale beachtet.

Welche verschiedenen Arten von Abgaben gibt es und worin unterscheiden sie sich?2019-03-19T11:28:23+02:00

Grundsätzlich können Abgaben unterteilt werden in:

  • Steuern
  • Beiträge
  • Gebühren

Während Steuern keine unmittelbare Gegenleistung gegenübersteht, Steuereinnahmen also nicht zweckgebunden sind, sind die Einnahmen aus Beiträgen und Gebühren meist zweckgebunden. Gebühren werden als Entgelt für in Anspruch genommene Leistungen eingehoben, sind also nur für die tatsächliche Nutzung öffentlich zur Verfügung gestellter Güter/Leistungen zu bezahlen. Beiträge sind insofern Steuern ähnlicher, als es bei ihnen nicht auf die tatsächliche Nutzung öffentlicher Güter ankommt. Vielmehr wird ein besonderes Interesse an einer öffentlichen Leistung seitens staatlicher Institutionen angenommen, welches die Beitragspflicht begründet. Im Unterschied zu Steuereinnahmen sind die Gebühreneinnahmen zur Erhaltung oder Errichtung der jeweiligen über Beiträge finanzierten Leistung zweckgebunden.

Wer profitiert am meisten von Steuern?2019-03-19T11:30:13+02:00

Im theoretischen Idealfall profitiert die Gesellschaft als Einheit. In der Praxis ist die Gesellschaft niemals eine Einheit und es wird daher auch offen von Umverteilung gesprochen. Wer von Steuern profitiert ist also eine Frage des sozialen Konsenses und eine politische Entscheidung.

Auf einer abstrakteren Ebene muss die Frage gestellt werden, wer hat Einfluss auf die Verwendung von Steuergeld und erzielt möglicherweise so wirtschaftliche Vorteile?

Die „public choice theory“ beschäftigt sich u.a. mit verschiedenen Aspekten von Besteuerung. Eine der grundlegenden Annahmen zu Transaktionen besagt: Eine für beide Seiten profitable Transaktion kann nur dann angenommen werden, wenn beide Seiten der Transaktion zustimmen. Weil durch den Zwangscharakter von Steuern eine solche beidseitige Zustimmung definitionsgemäß nicht vorhanden ist, kann man davon ausgehen, dass – wenn überhaupt – nur jene Seite von einer solchen unter Zwang stehenden Transaktion profitiert, welche den Zwang ausübt. Im Fall der Steuern profitiert also die Politik, welche sich die Verfügungsmacht über die Steuereinnahmen verschafft.

Zahlen Staatsbedienstete selbst auch Steuern?2019-02-11T05:58:03+02:00

Wenn man davon absieht, dass das Gehalt von Staatsbediensteten aus Steuermitteln bezahlt wird, ja. Es bestehen zwar in manchen Bereichen Begünstigungen, aber generell sind Einkommen im Staatsdienst genauso einkommenssteuerpflichtig wie Einkommen in der Privatwirtschaft. Dazu kommen selbstverständlich Verbrauchersteuern.

Was sind “Steueroasen”?2019-03-19T11:42:44+02:00

Es gibt keine klare Definition. Als Steueroasen werden meist Länder bzw. Jurisdiktionen bezeichnet, die niedrige Steuerquoten haben und von anderen Ländern beschuldigt werden, deren Steuereinnahmen im Rahmen eines „ruinösen“ Steuerwettbewerbs zu mindern. Durch ihre große Beliebtheit könnte man auch sagen, dass Steueroasen innerhalb des internationalen Steuerwettbewerbs zwischen Staaten die stärksten Wettbewerber sind, da sie in bestimmten Bereichen niedrige Steuern bieten – etwas, wofür es sichtlich hohe Nachfrage gibt.

Was ist ein Grundfreibetrag?2019-05-20T13:03:48+02:00

Der Grundfreibetrag stellt jenen Betrag dar, bis zu welchem aus Gründen der Existenzsicherung keine Einkommensteuer erhoben wird. Dieser Betrag liegt in Österreich derzeit bei 11.000 Euro pro Jahr. Für Einkommen bis 11.000 Euro beträgt der Grenzsteuersatz daher 0%, für alle Einkommensteile darüber die entsprechenden Steuersätze laut Einkommensteuergesetz.

Worin unterscheiden sich Steuerschuldner und Steuerträger?2019-01-21T17:20:21+02:00

Das Wort Steuerschuldner (oder Steuersubjekt) beschreibt eine in materieller Steuerpflicht gegenüber des Steuerhoheitsträgers (Bund, Bundesland, Gemeinde…) stehende natürliche oder juristische Person. Demgegenüber ist der Steuerträger die Person, welche die tatsächliche wirtschaftliche Belastung einer Steuer trägt.

Ein Beispiel für ein Auseinanderfallen von Steuerschuldner und Steuerträger ist die Mehrwertsteuer. Während der Steuerschuldner der Verkäufer ist (bzw. im Falle mehrerer Verkäufer ohne Vorsteuerabzug die Verkäufer sind), ist der Steuerträger, der also die Steuer wirtschaftlich zu tragen hat, der Käufer, weil die Mehrwertsteuer dem Kaufpreis hinzugerechnet wird.

Was geschieht, wenn ein Steuergegenstand nicht in Geld besteht?2019-05-20T13:13:53+02:00

Die Berechnung von Steuern geschieht auf Basis von Geldbeträgen. Steuergegenstände, welche nicht in Geld bestehen, wie Wertpapiere, Forderungen, Schulden, Leistungen oder Grundstücke müssen daher nominell bewertet werden. Die Bewertung des Steuergegenstands und damit auch der Steuern, Abgaben und Beiträge basiert auf dem Bewertungsgesetz. Weitere Bewertungsregelungen finden sich unter anderem im Einkommensteuer– oder im Umsatzsteuergesetz. Meist wird dabei auf den Wert des Steuergegenstandes abgestellt, der vor allem im Bereich der Leistungen oder Grundstücke oft schwer zu ermitteln ist.

Erhebt die Europäische Union selbst Steuern?2019-01-16T14:07:21+02:00

Der Haushalt der Europäischen Union finanziert sich fast zur Gänze (98%) aus sogenannten Eigenmitteln. Das sind etwa die Beiträge der Mitgliedsstaaten (z.B. Zölle, ein Anteil an nationalen Mehrwertsteuereinnahmen,…). Die Mitgliedsländer der EU bestimmen einstimmig über die Ratifizierung des Eigenmittel-Beschlusses die Höhe der EU-Eigenmittel. Die restlichen nicht aus Eigenmitteln bestehenden Finanzen der Europäischen Union ergeben sich aus den Steuern auf Gehälter der EU-Bediensteten, Beiträgen von Nicht-EU-Ländern für bestimmte Programme und aus Geldbußen, welche Unternehmen bei Wettbewerbsverstößen usw. auferlegt bekommen.
Quelle: http://ec.europa.eu/budget/explained/budg_system/financing/fin_de.cfm

Was ist das internationale Steuerrecht?2019-01-16T12:47:51+02:00

Das internationale Steuerrecht ist ein Steuerrechtsgebiet, welches sich mit den Eigenheiten und Problemen grenzübergreifender Steuerregelungen beschäftigt. Das internationale Steuerrecht basiert insbesondere auf sogenannten Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). In diesen DBAs wird geregelt, welcher Staat in grenzüberschreitenden Fällen (beispielsweise wenn der Wohnort in einem anderen Land ist als der Arbeitsort) das Recht hat, einen grundsätzlich steuerpflichtigen Vorgang zu besteuern. Das Gemeinschaftsrecht beziehungsweise Unionsrecht (https://www.juracademy.de/europarecht/quellen-unionsrecht.html) der Europäischen Union ist kein Teilgebiet des Internationalen Steuerrechts.

Was ist ein Vorsteuerabzug?2019-05-20T13:20:59+02:00

Die Vorsteuer entsteht durch die Systematik der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer). Grundsätzlich ist die Erbringung der meisten Leistungen umsatzsteuerpflichtig. Steuerpflichtig ist also jede Einnahme (der Umsatz), nicht nur der Gewinn, der sich aus der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ergibt. Das heißt, dass jeder, der eine Rechnung für seine Arbeit ausstellt, grundsätzlich 20 % des Rechnungsbetrags -unabhängig von seiner Einkommensteuer – zusätzlich zahlen muss. Dieser Betrag wird dem Rechnungsempfänger mitverrechnet. Es gibt einige Ausnahmen, etwa für Personen, die weniger als € 30.000 im Jahr verdienen. Hier spricht man von Umsatzsteuerbefreiung. Um jedoch den geschäftlichen Verkehr nicht zu stark zu verzerren, gibt es für Unternehmen die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs: Bei diesem kann sich der Unternehmer die bereits erbrachte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Dieser Vorsteuerabzug ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich: So muss das Unternehmen umsatzsteuerpflichtig sein – Unternehmen mit einem kleinen Umsatz sind das nicht notwendigerweise, müssen dann keine Umsatzsteuer verrechnen, können allerdings im Gegenzug auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen.

Darf die Vorschreibung von Steuern im Nachhinein geändert werden?2019-01-06T20:17:52+02:00

Grundsätzlich wird zwischen der „echten Rückwirkung“ und der „unechten Rückwirkung“ unterscheiden. Von „echter Rückwirkung“ wird gesprochen, wenn über eine Rechtsänderung in einen abgeschlossenen, also vollständig in der Vergangenheit liegenden, Sachverhalt ändernd eingegriffen wird. Solche rückwirkenden Änderungen sind grundsätzlich (nicht nur im Steuerrecht) verboten, weil man sonst zum Zeitpunkt der Handlung nicht auf die im Gesetz geregelten Rechtsfolgen vertrauen könnte – das Verbot beruht also auf der Aufrechterhaltung der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes. Hiervon zu unterscheiden ist die „unechte Rückwirkung“. Auch diese ist nicht unproblematisch, weil in bereits bestehende, aber noch nicht abgeschlossene Sachverhalte eingegriffen wird. Sie ist allerdings nicht grundsätzlich verboten. Weil jedoch auch in diesem Fall die rechtsfolgenauslösende Handlung bereits gesetzt wurde, ist der Handelnde hinsichtlich seinem Vertrauen in die zum Zeitpunkt der Handlung geltenden Rechtslage schützenswert. Es kommt daher in diesen Fällen meist zu einer Interessen- und Güterabwägung, sowie zu Übergangsregelungen, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Rechtsordnung zu schützen.

Wieviel Steuergeld nimmt der österreichische Staat im Jahr ein?2019-01-06T20:08:52+02:00

Die Steuereinnahmen des österreichischen Bundes belaufen sich für das Jahr 2018 auf rund 84.425.000.000 Euro. Nach Abzug der Überweisungen an Länder, Gemeinden, Fonds u. a. sowie an die Europäische Union bleiben Nettogesamteinnahmen in der Höhe von rund 51.024.000.000 Euro für das Jahr 2018. Es ist jedoch zu beachten, dass hier noch weitere Steuern hinzukommen, die nicht der Bundesebene zugerechnet werden, sodass sich für den österreichischen Staat gesamte Steuereinnahmen von etwa 100 Milliarden Euro ergeben. Das entspricht knapp 30% der gesamten Wertschöpfung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) in Österreich.

Quellen: http://wko.at/statistik/jahrbuch/budget-steuereinnahmen.pdf, https://wko.at/statistik/prognose/bip.pdf

Was ist der “Tax Freedom Day”?2019-06-04T14:44:17+02:00

Der „Tax Freedom Day“ (TFD) zeigt, wie lange alle Bürger und Unternehmen einer Volkswirtschaft brauchen, um die jährlichen Steuern und Abgaben an den Staat zu bezahlen. Für Österreich wird der TFD seit 2010 vom Austrian Economics Center errechnet. Dafür werden Steuern und Abgaben (direkte Steuern wie die Lohnsteuer, indirekte wie Mehrwert-, Mineralölsteuer, Sozialabgaben) ins Verhältnis zum Einkommen der Haushalte und Unternehmen gesetzt. Der sich daraus ergebende Prozentsatz wird auf das Jahr mit 365 Tagen umgelegt – das bestimmt den TFD. Die gesamte Steuer- und Abgabenbelastung, die von durchschnittlichen Steuerzahlern getragen wird (volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote) berechnet sich als Quotient aus Steuern und Abgaben und dem Volkseinkommen. Das Volkseinkommen beinhaltet das gesamte, in einer Volkswirtschaft von privaten Haushalten sowie Unternehmen erzielte Einkommen. Wird als Basis das Bruttoinlandsprodukt (also der gesamten Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft) anstatt des Volkseinkommens genommen, ergeben sich Verzerrungen (etwa durch Abschreibungen https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/betriebsausgaben/ba-abschreibung.html), die das gesamte Einkommen nicht korrekt wiedergeben. Nach dieser Berechnungsmethode liegt der TFD daher früher im Jahr.

Was sind Steuervorauszahlungen?2018-11-12T08:15:05+02:00

Die Steuervorauszahlung ist eine Anzahlung, welche auf der voraussichtlichen Jahresschuld eines Steuerpflichtigen beruht. Diese Vorauszahlungen werden im jeweiligen Jahr immer für das laufende Jahr erhoben und dienen somit der Aufrechterhaltung eines stetigen Geldflusses in den Staatshaushalt.

Was bedeutet der Begriff Steuerkeil?2019-05-10T13:50:10+02:00

Der sogenannte Steuerkeil beschreibt die Differenz zwischen den Arbeitskosten, also dem finanziellen Aufwand des Arbeitgebers für einen bestimmten Arbeitnehmer und dem Nettoverdienst eben dieses Arbeitnehmers, wobei die Angabe in Prozent der Arbeitskosten erfolgt. Der Steuerkeil beinhaltet hierbei, entgegen seines Namens, nicht nur die verschiedenen Steuern sondern auch alle Sozialversicherungsbeiträge.

Wie werden neue Steuern beschlossen?2018-08-13T06:59:40+02:00

Steuern werden im Rahmen von Gesetzgebungsprozessen beschlossen – jede neue Steuer erfordert eine Gesetzesänderung oder ein neues Gesetz. Steuern werden daher, wie andere Gesetze auch vom Parlament beschlossen.

Wofür zahle ich Sozialabgaben?2018-10-15T22:33:28+02:00

Sozialabgaben werden für soziale Sicherungssysteme verwendet. Diese funktionieren meist über das sogenannte Umlagesystem. Dies bedeutet, dass derzeit Beschäftigte für die Sozialleistungen jener, die im Moment – aus welchen Gründen auch immer – nicht erwerbstätig sein können/sind, zahlen. Dabei wird davon ausgegangen, dass auch in Zukunft die Beschäftigten in der Lage sind, die Leistungen der Sozialleistungsempfänger zu finanzieren (Generationenvertrag).

Worin unterscheiden sich Unternehmenssteuern von persönlichen?2019-01-21T17:23:12+02:00

Grundsätzlich ist der Unterschied nur der, dass der unmittelbare Steuerschuldner bei Unternehmenssteuern ein Unternehmen (bzw. eine „juristische Person“) ist, während andere Steuern unmittelbar von Einzelpersonen zu tragen sind. Mittelbar freilich sind auch Unternehmenssteuern durch Einzelpersonen zu tragen – z.B. über gestiegene Preise oder niedrigere Investitionen und damit geringerem Output in der Zukunft.

Was sind versteckte Steuern?2019-05-10T13:58:06+02:00

Versteckte Steuern sind solche Steuern, die demjenigen, der sie zu tragen hat, nicht direkt auffallen, weil sie von jemand anderem abgeführt werden müssen und nicht gesondert ausgewiesen werden. Beispiel: Die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung sind versteckte Abgaben, weil sie zwar vom Arbeitnehmer zu tragen sind (der Arbeitgeber kalkuliert auf Basis seiner Kosten und nicht des Bruttolohns), allerdings nicht im Bruttolohn enthalten sind und somit vor dem Arbeitnehmer verborgen bzw. „versteckt“ werden.

Kann ich herausfinden wofür meine Steuern verwendet werden?2019-02-05T13:36:32+02:00

Die genaue Verwendung der Steuern wird in den meisten Fällen nicht publiziert. Es werden aber beispielsweise Förderberichte sowie Daten zu Ausgaben in verschiedenen Bereichen (Gesundheit, Soziales, Wirtschaft etc.) veröffentlicht. Ein Rückschluss auf die Verwendung der Gesamtsteuereinnahmen ist möglich, einer auf die eigenen Steuern lässt dies aber nicht zu.

Was sind Subventionen?2018-08-13T06:51:01+02:00

Subventionen sind Förderungen aus Steuermitteln. Dabei wird versucht, bestimmte Bereiche der Wirtschaft rentabler zu machen und so die Wirtschaftstätigkeit in diesen Bereichen zu erhöhen. Dies kann jedoch zu einer unbeabsichtigten Verzerrung des Wettbewerbs führen und somit auf Kosten von Effizienz und sinnvoller Ressourcennutzung gehen. Zusätzlich führen Subventionen durch ihren administrativen Aufwand zu zusätzlichen Kosten und Effizienzverlusten. Daher ist bei Subventionen die Fragen nach der Kosten-Nutzen-Rechnung eine besonders wichtige.

Warum werden in Österreich Benzin und Diesel unterschiedlich besteuert?2018-08-13T06:50:54+02:00

Der ursprüngliche Grund für die unterschiedliche Besteuerung von Benzin und Diesel ist wohl darin zu finden, dass Dieselmotoren früher vor allem in Lastkraftwagen und Bussen verwendet wurden und Personenkraftwagen zumeist mit Benzin betrieben wurden. Um nun günstigere Transportwege zu schaffen und somit die Wirtschaft zu fördern wurde der Dieseltriebstoff niedriger besteuert. Durch die inzwischen relativ hohe Anzahl an dieselbetriebenen PKWs, welche auch ein Resultat der unterschiedlichen Besteuerung sein mag, ist dieser Effekt stark reduziert worden. Davon abgesehen ist eine unterschiedliche Besteuerung in ihrer Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, da Dieselkraftfahrzeugen eine höhere Schadstoffausstoßung im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen aufweisen. Durch den Unterschied werden so Anreize gesetzt, die Umwelt zu verschmutzen.

Führen hohe Tabaksteuern zu niedrigerem Tabakkonsum?2019-05-20T15:15:41+02:00

Die Tabaksteuer gehört zu den sogenannten Lenkungssteuern. Lenkungssteuern dienen nicht wie die meisten anderen Steuerformen primär zur Finanzierung des Staatshaushalts, sondern vielmehr der Steuerung des Konsumentenverhaltens. Zumeist besteht diese Steuer darin, den Konsum beziehungsweise Vertrieb von bestimmten Produkten zu senken, so auch bei der Tabaksteuer.

Ein Zusammenhang von höheren Preisen durch Steuern und niedrigerem Konsum scheint nicht nur naheliegend, sondern wird auch durch empirische Erfahrungen bestätigt – allerdings steht es zur Diskussion, inwieweit der Effekt wirklich ausschlaggebend ist, da Güter wie Zigaretten auf der Nachfrageseite eine sehr niedrige Elastizität aufweisen (d.h. die Menschen nehmen auch gerne substantielle Preisänderungen in Kauf, um das Gut trotzdem zu erwerben). Ob es jedoch moralisch korrekt ist, den Staat über das Konsumverhalten seiner Bürger bestimmen zu lassen, ist wiederum eine andere Frage.

Im Fall von Österreich ist zu sagen, dass der Zigarettenverkauf mehr besteuert wird als in anderen Ländern. Doch die Ergebnisse davon sind doppeldeutig: So ist die Raucherquote unter Männern seit 1972 von 38,7 Prozent auf 26,7% gesunken, aber bei Frauen von 9,8 Prozent auf 22,2% angestiegen. Dass heute generell weniger geraucht wird liegt wohl eher an einem kulturellen Wandel, der unter anderem durch Aufklärungskampagnen und Verbotszonen erreicht wurde.

Habe ich die Möglichkeit mitzubestimmen, wofür meine Steuern verwendet werden?2018-08-13T06:48:39+02:00

Grundsätzlich besteht diese Möglichkeit nicht. Mitbestimmung ist nur mittelbar, also über das Wählen von politischen Vertretern möglich. Diese gewählten Politiker debattieren dann in den politischen Institutionen, wofür Steuergelder verwendet werden (und wie viele Steuergelder überhaupt erst eingetrieben werden). Die Public-Choice-Denkrichtung aus den USA sieht gerade hier ein Problem: Politiker, wenn gewählt, werden ähnlich wie Normalbürger mit Eigeninteresse handeln – immerhin sind Politiker keine Engel, sondern auch nur Menschen mit Familien, einem Lebensstandard, Zielen und Wünschen. So können Politiker bei der Verteilung von Steuergeldern anfällig für Lobbyversuche sein oder Entscheidungen treffen, deren Grundlage eine mögliche Wiederwahl ist und nicht das Gemeinwohl. Auch Druck durch Medien oder politische Gegner ist nicht zu unterschätzen. Verlockungen und Zwänge können leicht – bewusst oder unbewusst – ins Dilemma führen.  Das Wählen von verantwortungsvollen Menschen ist also von enormer Bedeutung.

Warum gehen Regierungen nicht effizienter mit Steuergeld um, wenn sie dadurch Steuererhöhungen vermeiden oder die Steuern senken könnten?2019-02-05T12:07:17+02:00

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Auch bei einer ineffizienten Verwendung von Steuergeld gibt es Gruppen, die von einer solchen Verwendung profitieren. Diese Gruppen haben ein starkes Interesse daran, dass das Steuergeld auch weiterhin so verwendet wird und werden Änderungen zu verhindern suchen. Gleichzeitig sind die Profiteure eines effizienten Umgangs mit Steuergeld zwar nummernmäßig die größere Gruppe, die Steuererleichterung jedes Einzelnen bei Einstellen einer bestimmten ineffizienten Verwendung von Steuergeld ist aber vergleichsweise gering. Es besteht daher kaum Interesse, Zeit und Geld einzusetzen, um die vorgebrachten Gründe der Befürworter der ineffizienten Verwendung des Steuergelds zu entkräften.
  • Zudem neigt der bürokratische Apparat zu Verselbständigung und dadurch zu einem ineffizienten Einsatz von Steuergeld: Wenn jene Probleme, zu deren Lösung bürokratische Strukturen errichtet wurden, gelöst sind, löst sich nicht automatisch die bürokratische Struktur auf. In der Folge führt Bürokratie oft dazu, Probleme nicht zu lösen, sondern sie höchstens – bei Beibehaltung des Bürokratieapparats – bewältigbar zu machen. Verschärft wird die Ineffizienz in der Bürokratie dadurch, dass auf das Scheitern bürokratischer Problemmanagementversuche oft eine Erhöhung der Steuermittel für die gescheiterten bürokratischen Strukturen folgt – es wird also Misserfolg belohnt.
  • Der schwerwiegendste Grund ist, dass Staaten in einem sehr stark eingeschränkten Wettbewerb miteinander stehen, und die „Harmonisierung“ der Steuersysteme weiter vorangetrieben wird. Staaten, die sich den diesbezüglichen Forderungen anderer Staaten nicht unterwerfen, werden als „Steueroasen“ gebrandmarkt und mit Sanktionen belegt. Ein freier Steuerwettbewerb zwischen Staaten würde auf Dauer dafür sorgen, dass sich jene Staaten durchsetzen, welche die nachgefragten Leistungen bestmöglich und zu den niedrigsten Kosten (=Steuern) bereitstellen können. Die Auswirkungen der oben genannten Probleme wären dank der Disziplinierungsfunktion des Wettbewerbs viel schwächer als ohne Steuerwettbewerb. Die Ausschaltung dieses Wettbewerbs sorgt daher dafür, dass Ineffizienz im Umgang mit Steuergeld keine schmerzhaften Folgen für die Verursacher hat.
Muss ich viele Steuern zahlen, wenn ich ein Unternehmen gründen möchte?2019-05-20T13:47:23+02:00

Das kommt darauf an, um welches Unternehmen es sich handelt. Grundsätzlich kann zwischen Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Einzelunternehmen unterschieden werden.

  • Bei Kapitalgesellschaften kann für Gesellschafter eine Kommunalsteuerpflicht entstehen, eine Körperschaftsteuerpflicht für Gewinne entsteht unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens (25%, Mindesthöhe: 1.750 € pro Jahr).
  • Personengesellschaften sind keine Steuersubjekte – das bedeutet jedoch nicht, dass die Unternehmer in solchen keine Steuer zahlen müssen. Stattdessen gelten die allgemeinen Regeln des EStG, was in vielen Fällen zu einer ähnlich hohen End-Steuerlast im Vergleich zu Kapitalgesellschaften führt.
  • Bei Einzelunternehmen sind vierteljährlich Vorauszahlungen zur Einkommensteuer zu leisten, die sich zunächst an den erwarteten Gewinnen orientieren. Zudem besteht für Einzelunternehmer mit einem Jahresumsatz bis zu 30.000 € eine Umsatzsteuerbefreiung – das heißt, sie können Rechnungen ohne Umsatzsteuer legen, können aber gleichzeitig keine Vorsteuer abziehen.

Die direkt bei der Gründung fälligen Steuern und Abgaben sind weitestgehend abhängig davon, welche Güter im Zuge der Gründung angeschafft werden müssen, sodass das Unternehmen funktionieren kann. Ist es beispielsweise notwendig, ein Grundstück zu kaufen und in Betrieb zu setzen, werden verschiedenste Kommunal- und Bundesabgaben – wie zB die Grunderwerbsteuer – fällig.

Meine Eltern haben über Steuerabsetzbeträge gesprochen. Was versteht man darunter?2019-05-20T14:10:35+02:00

Steuerabsetzbeträge verringern die Höhe der zu zahlenden Einkommensteuer. Abgezogen werden diese Beträge direkt von der berechneten Steuer. Bei einem sehr geringen Einkommen – kann es durch diese Absetzbeiträge zu einer sogenannten Negativsteuer kommen, also zu einer Gutschrift beim Finanzamt (Rückerstattung von Sozialversicherungsbeiträgen).

Es gibt einige Absetzbeträge. Je nach Absetzbetrag sollen verschiedene Personengruppen durch eine geringere Steuerlast gegenüber anderen Steuerpflichtigen begünstigt werden. Die wichtigsten Absetzbeträge sind:

  • Verkehrsabsetzbetrag (Arbeitnehmer)
  • Pensionistenabsetzbetrag (Pensionsbezieher)
  • Alleinverdienerabsetzbetrag (Alleinverdiener)
  • Unterhaltsabsetzbetrag (Unterhaltsverpflichtete)
  • Kinderabsetzbetrag (Familienbeihilfebezieher)

Automatisch abgezogen (durch den Arbeitgeber oder die pensionsauszahlende Stelle) wird der Verkehrsabsetzbetrag und Pensionistenabsetzbetrag. Um die Berücksichtigung der anderen Absetzbeträge müssen sich die Steuerpflichtigen – sofern die Voraussetzungen vorliegen – selbst kümmern.

Zusammengefasst findet durch Absetzbeträge eine steuerliche Besserstellung vor allem dieser Personengruppen statt:

  • Arbeitnehmer
  • Pensionsbezieher
  • Personen mit Kind(ern)
Zahlen alle Bürger Steuern?2019-05-20T14:17:28+02:00

Durch die Vielzahl verschiedener Steuern gibt es defakto keine Bürger, die keine Steuern zahlen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, wie viel Steuern man bezahlt und welche staatlichen Transferleistungen man erhält. Wird die gezahlte Steuer den staatlichen Transferleistungen gegenübergestellt, zeigt sich z.B. anhand der Einkommensteuer folgendes: Ab etwa 20.000 € Jahresverdienst wird man zum Nettozahler.Unter dieser Verdienstgrenze ist man Nettoempfänger, d.h. man bekommt mehr Transferleistungen des Staates als man an Einkommensteuer zahlt (verwendete Quelle für diese Aussage?). Für andere Steuern ist eine solche Gegenüberstellung schwieriger – klar ist aber, dass auch Geringverdiener – welche z.B. nicht der Einkommenzteuer unterliegen – Steuern, z.B. in Form von Mehrwertsteuer zahlen. Allerdings handelt es sich in diesen Fällen oftmals um – zuvor beschriebene – Nettoempfänger, welche über die staatliche Umverteilung in Form von Transferleistungen (z.B. Sozialleistungen) mehr Geld erhalten als Sie in Summe an Steuern zahlen.

Was passiert wenn ich mich weigere Steuern zu zahlen?2018-07-09T12:33:26+02:00
  1. Werden Steuern nicht rechtzeitig entrichtet, so sind Säumniszuschläge zu bezahlen. Der erste Säumniszuschlag beträgt 2 % der nicht zeitgerecht entrichteten Steuer. Wird die Steuer nicht spätestens nach 3 Monaten entrichtet, so ist ein zweiter Säumniszuschlag in Höhe von 1 % der nicht entrichteten Steuer zu bezahlen. Wird die Steuer nicht spätestens nach 3 weiteren Monaten entrichtet, so ist ein dritter Säumniszuschlag in Höhe von 1 % der nicht entrichteten Steuer zu bezahlen.
  2. Werden Steuern länger nicht entrichtet, so erfolgt die zwangsweise Einbringung der Abgabenschuld im finanzbehördlichen oder gerichtlichen Vollstreckungsverfahren (z.B. Pfändung und Verkauf körperlicher Sachen).
  3. Zusätzlich zur zwangsweisen Einbringung der nicht bezahlten Abgabenschuld können bei Verletzung der Anzeige-, Offenlegungs- oder Wahrheitspflicht auch Finanzstrafen verhängt werden. Diese Strafen hängen vom Grad des Verschuldens und den Umständen der Tatbegehung ab. Vorgesehen sind unterschiedlich hohe Geldstrafen, aber auch Freiheitsstrafen (z.B. beim Abgabenbetrug). Finanzstrafen werden somit nicht verhängt, wenn ein Abgabepflichtiger dem Finanzamt richtige Steuererklärungen übermittelt und „nur“ die Steuerzahlung verweigert.
Was bedeutet der Begriff Flat-Tax?2018-08-13T07:03:30+02:00

Die meisten Länder der Welt besteuern die Einkommen ihrer Bürger progressiv. Das bedeutet, dass der zu Grenzsteuersatz mit der Höhe des Einkommens steigt. In Österreich zum Beispiel werden Jahreseinkommen bis 11.000 € nicht besteuert, jeder weitere Euro bis zur Höhe von 18.000 € wird mit 25% besteuert, jeder darüber hinausgehende Euro bis zu einem Gesamteinkommen von 31.000€ wird wiederum mit 35 % besteuert. Nach diesem Prinzip wird fortgefahren: 31.000-60.000 mit 42% , 60.000-90.000 mit 48%, 90.000-1 Mio. mit 50% und ab über einer Millionen fällt ein Steuersatz von 55% an.

Bei einer Flat-Tax Regelung hingegen gilt für jede Einkommenshöhe ein einziger einheitlicher Steuersatz. Meistens ist Flat-Tax mit einem Freibetrag (der festsetzt bis zu welcher Einkommenshöhe gar keine Steuern anfallen) kombiniert. Die Idee hinter der Flat-Tax ist  eine verständliche, einfache und transparente Berechnung von Steuerpflichten zu schaffen. Charakteristisch für die Flat-Tax ist der finanzielle Anreiz für den Steuerpflichtigen, mehr zu leisten, ohne für die Mehrleistung durch prozentuell höhere Steuern „bestraft“ zu werden. Allerdings ergeben sich aus einer niedrigen Flat Tax Probleme bei der Finanzierung des Staatshaushalts.

Was bedeutet der Begriff Doppelbesteuerung?2018-07-09T12:27:47+02:00

Eine Doppelbesteuerung besteht dann, wenn ein und dieselben Einkünfte einer Person innerhalb eines identischen Zeitraumes zweimal besteuert werden. Das passiert zumeist dann, wenn die Besteuerung in einem Land zwischen nationaler und regionaler Ebene oder zwischen zwei Ländern, innerhalb eines Bereiches miteinander kollidieren, also verschiedene Körperschaften auf das gleiche Einkommen im gleichen Zeitraum gleichartige Steuern erheben. Dies steht im Gegensatz zur Doppelbelastung, also wenn auf ein und dasselbe Einkommen unterschiedliche Steuern erhoben werden. Um Doppelbesteuerungen zu vermeiden, wird versucht diese mittels Doppelbesteuerungsabkommen verhindern, sodass der Steuerpflichtige mit seinem Einkommen im Wesentlichen nur einmal steuerlich belastet wird.

Bedeuten höhere Steuern auch automatisch höhere Steuereinnahmen?2019-05-17T08:54:50+02:00

Der Zusammenhang zwischen der Höhe der Steuern (Steuerquote) und den Steuereinnahmen (Steueraufkommen) wird unter anderem mit Hilfe der Laffer-Kurve dargestellt. Sie zeigt das Prinzip, dass eine höhere Steuerquote den Anreiz senkt, wirtschaftliche Leistung zu erbringen. Daher führen höhere Steuern ab einem gewissen Punkt dazu, dass das Gesamtsteueraufkommen sinkt. Auf der einen Seite (der Laffer-Kurve) führt eine Besteuerung von 0 Prozent zu keinen Steuereinnahmen. Andererseits bestünde bei einer Besteuerung von 100 Prozent kein Anreiz für offizielle wirtschaftliche Leistungen, wodurch die Anzahl der zu besteuernden Gehälter/Gewinne gegen 0 ginge und somit ebenso keine  Steuereinnahmen generiert werden könnten. Die Abgabenquote, welche die höchstmöglichen Steuereinnahmen erbringt, liegt irgendwo dazwischen. Zwar ist es nicht möglich diesen Umkehrpunkt auf der Kurve zu berechnen. Jedoch gibt es die Möglichkeit sich diesem, mittels empirischer Daten, zu nähern. (https://news.wko.at/news/oesterreich/Warum_die_Steuereinnahmen_trotz_Steuerreform_gestiegen_sind.pdf)

Wo kann ich mich über die Unterschiede von Steuersystemen auf der Welt informieren?2019-05-20T15:22:24+02:00

Wenn Du mehr zum Thema Steuern erfahren willst, besuche die Webseiten des Hayek Instituts und der WKO und entdecke erstaunliche Unterschiede ebenso wie Parallelen! Wenn Du Dich selbst an Diskussionen über Steuern, deren Verwendung, über Wirtschaft, über Bildung und Werte beteiligen willst, nimm an der lebhaften Debatte zur Zukunft Europas auf der Plattform Values4Europe teil.

Wie viel Steuergeld aus Österreich geht an die EU?2018-06-16T16:54:28+02:00

Österreich zahlte 2016 insgesamt 2,76 Milliarden Euro in das Budget der Europäischen Union ein. Den Einzahlungen stehen jedoch auch Zahlungen der EU an Österreich – z.B. zur (Ko-)Finanzierung von Projekten oder der Agrarförderung – gegenüber, welche 2016 1,94 Milliarden Euro betrugen. Genaue Daten werden von der WKO aufzeigt. Österreich  ist also eines der Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union, die als „Nettozahler“ bezeichnet werden. „Nettozahler“ sind jene zehn Mitgliedsstaaten, die mehr in das EU-Budget einzahlen als sie herausnehmen. Österreich unterstützt damit indirekt „Nettoempfänger“ (18 EU Mitgliedsländer), die weniger einzahlen, als sie von der EU erhalten.  Österreichs durchschnittlicher jährlicher „Nettobeitrag“ seit dem EU-Beitritt beträgt ca. 0,5 -0,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Bewertung des Nutzens der EU-Mitgliedschaft für Österreich kann jedoch nicht darauf reduziert werden, dass man die Rückflüsse von der EU an Österreich von dem österreichischen Bruttobeitrag an das EU-Budget abzieht. Die „Nettozahler-Position“ Österreichs wird oft kritisiert, die Diskussion aber stets zu kurzsichtig und wenig objektiv geführt: So sind die bewertbaren Nutzen der EU-Mitgliedschaft weit höher als der durchschnittliche „Nettobeitrag“ (Wifo, 2015): allein der Wegfall der Zollkontrollen erspart der österreichischen Wirtschaft 1,7-4,2 Milliarden Euro jährlich, der Wohlstandsgewinn allein durch den EU Beitritt beträgt 32 Mrd. Euro im Jahr 2015.

Was ist eine Mehrwertsteuer?2019-01-16T14:09:23+02:00

Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer, die bei jedem Geschäft zwischen zwei oder mehr Parteien fällig wird.

Würde beispielsweise ein Elektronikgeschäft ein Handy für 500 Euro verkaufen und ist die Umsatzsteuer 20 Prozent, kostet das Handy schlussendlich 600 Euro für den Käufer. Den Differenzbetrag von 100 Euro führt das Geschäft sodann als Umsatzsteuer an das Finanzamt ab.

Das Besondere an der Umsatzsteuer ist, wie die WKO erklärt, dass sie auf jeder Wirtschaftsstufe (z.B. beim Produzenten, Hersteller, Händler) anfällt. Hat also das Elektronikgeschäft das Handy selbst für 400 Euro eingekauft musste es  80 Euro an Mehrwertsteuer zahlen (20 Prozent von 400 Euro). Diese 80 Euro – auch Vorsteuer genannt – darf vom Elektronikgeschäft mit der durch den Verkauf des Handys anfallende Umsatzsteuer von 100 Euro verrechnet werden. Schlussendlich muss nur die Differenz – als Mehrwertsteuer – vom Unternehmen an das Finanzamt abgeführt werden: in diesem Fall also 20 Euro. Derzeit beträgt die Mehrwertsteuer in Österreich 20 Prozent (mit Ausnahmen).

Während die Mehrwertsteuer den Vorteil hat, dass jede Wirtschaftsstufe selbst besteuert wird, ist dem Konsumenten diese Steuer meist jedoch nicht bewusst. Im Gegensatz zu einer reinen Verkaufssteuer, wo der Konsument die gesamte Steuer aufbringen muss, sieht er bei der Mehrwertsteuer nicht, wie hoch die Steuern tatsächlich sind. Die 20 Euro im Beispiel vorher werden nicht vom Konsumenten bezahlt, sondern von dem Elektronikgeschäft. Das heißt nicht, dass der Verkaufspreis des Handys dadurch um 20 Euro sinkt – das Geschäft wird diese Kosten im finalen Verkaufspreis einfach mit einberechnen. Es heißt jedoch, dass die 20 Euro auf der Quittung nicht mehr als Steuer ersichtlich sind. Dies bietet dem Staat potenziell die Möglichkeit, deutlich höhere Steuern zu erheben, da sich die einzelnen Akteure in der Wirtschaft nicht mehr des Ausmaßes bewusst sind.

Haben Länder mit niedrigeren Steuern als Österreich mehr Wirtschaftswachstum?2018-06-16T16:52:48+02:00

Das gilt nicht unter allen Umständen. Statistiken zeigen einen leichten Trend, dass niedrigere Steuern zu mehr Wirtschaftswachstum führen. Aus dem Index of Economic Freedom, der jährlich von der US-amerikanischen Heritage Foundation erstellt wird geht folgendes hervor: jene zehn Länder, die in der Kategorie „Steuerlast“ am besten abschneiden, d.h. ihre Bürger und Unternehmen am wenigsten mit Abgaben belasten, erreichten über die letzten fünf Jahre ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. In Österreich, eines der Länder mit der höchsten Steuer- und Abgabenbelastung weltweit, wurde im selben Zeitraum ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8 Prozent erzielt. Es wäre trotzdem unklug, Steuerlast als einzigen Faktor zu betrachten. Für Wirtschaftswachstum müssen viele Faktoren stimmen, wie zum Beispiel der Schutz von privatem Eigentum, wenig Bürokratie, ein verlässlicher Rechtsstaat und viele mehr. Niedrige Steuern können die Wirtschaft stärken, wie prominente Beispiele – etwa die USA unter Ronald Reagan oder Großbritannien unter Margaret Thatcher – zeigen, doch sie sind nicht alleine ausreichend, um für garantierten Erfolg zu sorgen.

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