Bankenrettung

Wie verschwenderisch mit Steuergeld umgegangen wird, zeigt sich auch am Beispiel der Hypo Alpe Adria. Jahrelang wurde behauptet, die Insolvenz würde jedenfalls teurer werden als die Rettung der Bank. Jetzt ist klar: Die Bad Bank erhöht die Staatsschulden um 18 Mrd. Euro. Zwar gibt es auch in der Bad Bank noch einige werthaltige Forderungen. Dass die tatsächlichen Kosten der Rettung der Hypo Alpe Adria die 10 Mrd. Euro-Marke reißen werden, ist wahrscheinlich. Das wären über 1.200 Euro pro Einwohner – oder knapp 2.500 Euro pro Erwerbstätigem. Vollkommen unabhängig davon, ob Sie jemals irgendetwas mit dieser Bank zu tun gehabt haben. Ganz toll, nicht?

Nun könnte man zwar einwenden, die Folgen einer Insolvenz wären katastrophal gewesen. Das kann wohl kaum jemand ernsthaft bestreiten. Eine Insolvenz einer so großen Bank wäre mit Sicherheit nicht angenehm. Die Frage ist allerdings, ob die jetzige Situation nicht noch weit katastrophaler ist als das Schreckensszenario der Insolvenz. Die Signalwirkung der Bankenrettung samt Anhängsel, der „too big to fail“-Argumentation, ist verheerend. Die Signalwirkung der Einlagensicherung ebenfalls. Wird man als Bank große Anstrengungen beim Risikomanagement unternehmen, wenn die beste Risikoabsicherung darin besteht, möglichst stark zu expandieren? Wird man als Sparer jener Bank das hart erarbeitete Geld anvertrauen, die vermutlich am sorgsamsten damit umgeht, wenn das Geld ohnehin überall gleich sicher ist?

Die Konsequenzen lassen nichts Gutes für die Zukunft erahnen. Weitere Kartellisierung und Expansion riesiger Bank-Konzerne samt unverantwortlich hoher Risikobereitschaft und steigender wechselseitiger Abhängigkeit zwischen Staat und Banken. Kein Gesundschrumpfen des Bankensektors, keine regulatorische Wirkung der möglichen Insolvenz, kein marktorientiertes Verhalten. Man kann den Verantwortlichen nur herzlich zu ihrem umsichtigen Einsatz fremden Geldes gratulieren.

2017-01-08T18:36:16+00:00