Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer, die bei jedem Geschäft zwischen zwei oder mehr Parteien fällig wird.

Würde beispielsweise ein Elektronikgeschäft ein Handy für 500 Euro verkaufen und ist die Umsatzsteuer 20 Prozent, kostet das Handy schlussendlich 600 Euro für den Käufer. Den Differenzbetrag von 100 Euro führt das Geschäft sodann als Umsatzsteuer an das Finanzamt ab.

Das Besondere an der Umsatzsteuer ist, wie die WKO erklärt, dass sie auf jeder Wirtschaftsstufe (z.B. beim Produzenten, Hersteller, Händler) anfällt. Hat also das Elektronikgeschäft das Handy selbst für 400 Euro eingekauft musste es  80 Euro an Mehrwertsteuer zahlen (20 Prozent von 400 Euro). Diese 80 Euro – auch Vorsteuer genannt – darf vom Elektronikgeschäft mit der durch den Verkauf des Handys anfallende Umsatzsteuer von 100 Euro verrechnet werden. Schlussendlich muss nur die Differenz – als Mehrwertsteuer – vom Unternehmen an das Finanzamt abgeführt werden: in diesem Fall also 20 Euro. Derzeit beträgt die Mehrwertsteuer in Österreich 20 Prozent (mit Ausnahmen).

Während die Mehrwertsteuer den Vorteil hat, dass jede Wirtschaftsstufe selbst besteuert wird, ist dem Konsumenten diese Steuer meist jedoch nicht bewusst. Im Gegensatz zu einer reinen Verkaufssteuer, wo der Konsument die gesamte Steuer aufbringen muss, sieht er bei der Mehrwertsteuer nicht, wie hoch die Steuern tatsächlich sind. Die 20 Euro im Beispiel vorher werden nicht vom Konsumenten bezahlt, sondern von dem Elektronikgeschäft. Das heißt nicht, dass der Verkaufspreis des Handys dadurch um 20 Euro sinkt – das Geschäft wird diese Kosten im finalen Verkaufspreis einfach mit einberechnen. Es heißt jedoch, dass die 20 Euro auf der Quittung nicht mehr als Steuer ersichtlich sind. Dies bietet dem Staat potenziell die Möglichkeit, deutlich höhere Steuern zu erheben, da sich die einzelnen Akteure in der Wirtschaft nicht mehr des Ausmaßes bewusst sind.