Eine Erhöhung der Steuern führt zu einer Verringerung der verfügbaren Einkommen bei Haushalten und Unternehmen. Diese Verringerung der Kaufkraft reduziert die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen. Wenn die Nachfrage fällt, während das Angebot konstant bleibt, führt dies zu einem Abwärtstrend bei den Preisen, was einen dämpfenden Effekt auf die Inflation hat. Das gilt jedoch nur dann, wenn die Einnahmen der Steuern vom Staat nicht ausgegeben, sondern angespart werden.

Gleichzeitig führt eine Erhöhung von Steuern durch negative Anreize für Produktion zu einer sinkenden Produktion. Das wiederum sorgt für ein geringeres Angebot, was den Preiseffekt der fallenden Nachfrage (über-)kompensieren kann. Welcher Effekt überwiegt, kommt vor allem auf die Art der besteuerten Güter und die Reaktionen der Marktteilnehmer an.

Weil allerdings realistischerweise nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Einnahmen der Steuern vom Staat angespart werden, ist eine Senkung von Steuern zur Bekämpfung von Inflation im Normalfall die bessere Option. Eine solche Steuersenkung hebt die Produktivität, was zu einem höheren Angebot führt und damit zu sinkenden Preisen. Zu beachten ist allerdings, dass sich Veränderungen in der Steuerpolitik erst mit Verzögerung auf die Inflation auswirken.