Die Inflation beeinflusst Investitionsentscheidungen in mehrfacher Hinsicht. Sie verändert die Erwartungen und das Risikoprofil der Investoren und beeinflusst die Renditen verschiedener Anlageklassen.

Erstens führt Inflation zu einer Flucht aus festverzinslichen Wertpapieren. Wenn die Inflationsrate die Rendite dieser Wertpapiere übersteigt, erleiden Anleger einen realen Wertverlust. In einem inflationären Umfeld suchen Investoren daher nach Anlageformen, die höhere Renditen versprechen, um die Kaufkraft ihres Kapitals zu erhalten oder zu steigern. Dies führt oft zu einer Neigung hin zu Sachwerten wie Immobilien, Rohstoffen oder Aktien, die als Inflationsschutz gelten.

Zweitens erhöhen Zentralbanken in Reaktion auf hohe Inflationsraten oft die Zinssätze. Höhere Zinsen erhöhen die Kreditkosten für Investitionen in Unternehmen und Immobilien, was diese Investitionen weniger attraktiv macht. Wenn die Zinsen erhöht werden, werden festverzinsliche Wertpapiere im Vergleich zu alternativen Anlagen wieder attraktiver.

Drittens können sich die Erwartungen von Investoren in einem inflationären Umfeld ändern. Bei steigender Inflation können Anleger zögern, langfristige Verpflichtungen einzugehen, da die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zunimmt. Dies kann die Investitionen in langfristige Projekte dämpfen und die wirtschaftliche Entwicklung hemmen.

Viertens regt die Inflation spekulative Investitionen an. In einem Umfeld, in dem traditionelle Anlagen wie Sparkonten oder Anleihen keine ausreichenden Renditen bieten, können Investoren risikoreichere Anlagen suchen, was zu einer erhöhten Volatilität auf den Märkten führt.