Unter der Führung von Deng Xiaoping fanden ab Ende der 1970er Jahre zahlreiche Reformen statt, welche die Wirtschaft öffneten und für extrem hohe Wachstumsraten sorgten. Dieses Wirtschaftswachstum wurde von einem starken Geldmengenwachstum begleitet. Kurzfristig blieben die Preise aber stabil, weil die Produktionsmenge massiv anstieg. Allerdings muss angemerkt werden, dass der Effekt des Geldmengenwachstums ein deutlicher Preisanstieg war, der durch den Anstieg der Produktion durch die Reformen ausgeglichen wurde.

In den 1980er Jahren schaffte man die Preiskontrollen, welche zu zahlreichen Verzerrungen geführt haben, schrittweise ab. Dies hatte auf der einen Seite den Effekt, dass der Mangel behoben wurde, der durch ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage entstand. Auf der anderen Seite bedeutete es aufgrund der zurückgestauten Inflation einen starken Anstieg der Preise, bei welchem sich die Preise den vorherigen Schwarzmarktpreisen annäherten. Das sorgte für einen starken Anstieg der offiziellen Inflationsrate.

Die Inflation in China zeigt jedoch, dass eine zurückgestaute Inflation nur im Zusammenspiel mit einer expansiven Geldpolitik längerfristige Auswirkungen haben kann. Im Jahr 1985, also dem Jahr der ersten Preisliberalisierungen, lag das Geldmengenwachstum bei über 20%. In den Folgejahren war das Geldmengenwachstum ähnlich hoch, und die Preissteigerungen erreichten fast 20%. Im Jahr 1989 sah sich die Regierung gezwungen zu handeln – eine mit ca. 5% Geldmengenwachstum deutlich weniger expansive Geldpolitik war die Folge. Die Preise reagierten rasch auf diese veränderte Geldpolitik: Bereits im Folgejahr lag die Inflation unter 2%.