Arbeitnehmer, die durch Inflation eine Erosion ihrer Kaufkraft erfahren, fordern verständlicherweise höhere Löhne, um ihren Lebensstandard zu erhalten. Unternehmen, die mit gestiegenen Lohnkosten konfrontiert sind, neigen dazu, diese zusätzlichen Kosten in Form höherer Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen an die Verbraucher weiterzugeben.

Diese Preissteigerungen führen wiederum dazu, dass Arbeitnehmer weitere Lohnerhöhungen verlangen, um mit den steigenden Lebenshaltungskosten Schritt zu halten, wodurch eine Lohn-Preis-Spirale entsteht. Ein illustratives Beispiel hierfür war die Energiekrise der 1970er Jahre. Steigende Rohstoffkosten führten zu Preiserhöhungen in vielen Sektoren, was wiederum zu Lohnforderungen der Arbeitnehmer führte und so einen Zyklus von Lohn- und Preisanstiegen auslöste.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Lohnerhöhungen allein nicht notwendigerweise zu Inflation führen. Wenn Lohnsteigerungen mit der Produktivität Schritt halten, bleibt das Preisniveau stabil. Probleme können vor allem dann entstehen, wenn Löhne schneller als die Produktivität wachsen. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Produktivität schwierig zu ermitteln ist – vor allem in Zeiten hoher Inflation.