Eines der Hauptprobleme ist die ökonomische Struktur dieser Länder. Viele Entwicklungsländer sind abhängig von einer begrenzten Anzahl an Exportgütern, insbesondere Rohstoffen. Preisvolatilität auf den globalen Märkten kann daher zu abrupten Wechselkursschwankungen führen, die inflationären Druck erzeugen.

Ein weiteres Problem ist die Unabhängigkeit der Zentralbanken. In vielen Entwicklungsländern fehlt es an einer klaren Trennung zwischen der Geldpolitik der Zentralbank und den fiskalpolitischen Interessen der Regierung. Regierungen können Druck auf die Zentralbanken ausüben, um eine expansive Geldpolitik zu verfolgen, was inflationstreibend wirken kann. Hohe Schuldenstände und der Mangel an alternativen Finanzierungsoptionen führen oft dazu, dass Regierungen zur Geldschöpfung greifen, um Haushaltsdefizite zu finanzieren, was inflationäre Tendenzen verstärkt.

Institutionelle Defizite, wie Korruption und mangelhafte Rechtssysteme, erschweren die Implementierung und Durchsetzung effektiver Inflationskontrollmaßnahmen. Diese institutionellen Schwächen untergraben die Glaubwürdigkeit und Effizienz wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Zudem erfordern erfolgreiche Stabilisierungsprogramme oft unpopuläre Maßnahmen wie Ausgabenkürzungen und strukturelle Anpassungen, die kurzfristige wirtschaftliche und soziale Opfer verlangen. Dies kann zu öffentlichem Widerstand führen und den politischen Handlungsspielraum einschränken.