Die Inflationserfahrungen lateinamerikanischer Volkswirtschaften in den 1980er Jahren waren durch teilweise extreme Inflationsraten gekennzeichnet. Dieser Zeitraum wird häufig als Beispiel für die destruktiven Auswirkungen von Hyperinflation und wirtschaftlichem Missmanagement herangezogen.

In Ländern wie Argentinien, Brasilien und Bolivien erreichte die Inflation astronomische Höhen, was durch eine Kombination aus politischer Instabilität, fehlgeleiteter Fiskalpolitik und problematischen Wirtschaftsstrukturen angetrieben wurde. Eine Schlüsselrolle spielte die exzessive Geldmengenausweitung durch die Zentralbanken, die versuchten, wachsende Haushaltsdefizite zu finanzieren.

Diese Geldmengenausweitung führte zu einem schnellen Wertverlust der Währungen. Als Reaktion darauf erhöhten Unternehmen die Preise, um die sinkende Kaufkraft und die steigenden Kosten zu kompensieren. Die Wirtschaft war in vielen Ländern nur noch bedingt funktionsfähig, weil die Preissignale durch die Inflation stark verzerrt wurden und die wirtschaftliche Unsicherheit zu geringen Investitionen führte. Gleichzeitig erhöhten sich die Inflationserwartungen, da sowohl Verbraucher als auch Unternehmen Preisanstiege antizipierten und entsprechend handelten.

Ein weiterer Faktor war die enorme Auslandsverschuldung vieler lateinamerikanischer Länder. Die Kombination aus steigenden Zinsen für diese Schulden, wirtschaftlichen Problemen aufgrund von Preisverzerrungen und Fehlinvestitionen und sinkenden Exporterlösen verschärfte die wirtschaftliche Lage und trug zur Hyperinflation bei.