Bei einer konstanten Unterschätzung der Inflation wird die Kaufkraft der Bevölkerung untergraben, weil das reale Einkommen sinkt. Die Menschen passen ihre Ausgaben nicht auf ein angemessenes Niveau an, was eine schleichende Erschöpfung der Ersparnisse und eine Verschlechterung des Lebensstandards nach sich zieht. Unternehmen, welche die Inflation unterschätzen und deshalb ihre Preise nicht entsprechend anpassen, erleiden Gewinneinbußen, da ihre Kosten in größerem Umfang steigen als ihre Preise. Dies führt zu Personalabbau oder Investitionsrückgängen und auf Dauer in die Insolvenz.

Eine Unterschätzung der Inflation kann auch die Geldpolitik beeinträchtigen. Eine zu niedrige Festlegung der Zinssätze führt aufgrund falscher Preissignale zu Fehlinvestitionen und zu einer Überhitzung der Wirtschaft, da günstige Kredite zu einer Steigerung der Ausgaben und Investitionen führen, welcher zu geringe Produktionskapazitäten der Wirtschaft gegenüberstehen.

Auf der anderen Seite reduziert eine Überschätzung der Inflation das Wirtschaftswachstum. Unternehmen nehmen Preiserhöhungen vor, die weitere Preissteigerungen in Gang setzen. Fehlinterpretationen der Inflationsrate durch politische Entscheidungsträger führen zu einer zu restriktiven Geldpolitik, was die Investitions- und Konsumausgaben reduzieren und die Wirtschaftstätigkeit verlangsamen könnte.