Der Zusammenbruch der Sowjetunion war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen im wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gefüge in den ehemaligen Sowjetrepubliken, was zu Instabilität und in vielen Fällen zu signifikanter Inflation führte.

Die Wirtschaftssysteme, die von der Sowjetunion “geerbt” wurden, waren geprägt durch Preiskontrollen, was zu einer ausgeprägten Mangelwirtschaft führte. Die Preissignale waren verzerrt, und der offizielle Wechselkurs zu anderen Währungen unterschied sich signifikant von dem “tatsächlichen” Wechselkurs, der sich auf den Schwarzmärkten herausbildete. Verschärft wurden die Probleme durch eine in weiten Teilen nicht wettbewerbsfähige Wirtschaft, die durch jahrzehntelange Protektion und Fehlinvestitionen bzw. mangelnden Investitionen deutlich hinter der Produktivität anderer Länder zurückblieb.

In der Übergangsphase zu Marktwirtschaften kam es daher durch den Anpassungsprozess, in dem zunächst die zurückgestaute Inflation durch die Preiskontrollen zur offenen Inflation wurde. Die Beseitigung anderer struktureller Probleme trug dazu bei, dass die Inflationsrate in einigen Ländern auf über 1.000% anstieg. Dies hing auch damit zusammen, dass die Bevölkerung angesichts der schnellen Preisanstiege das Vertrauen in die Währung verlor und versuchte, sie gegen werthaltige Güter und andere Währungen zu tauschen. Das führte einerseits zu einer geringeren Nachfrage nach der eigenen Währung und für eine höhere Nachfrage nach Gütern, wodurch die Preise weiter anstiegen.

Es zeigte sich jedoch, dass eine Inflation nur kurzfristig aufrechterhalten werden kann, wenn eine zurückhaltende Geldpolitik verfolgt wird. In den baltischen Ländern beispielsweise, wo die Geldmenge verglichen mit anderen früheren Sowjetrepubliken nur moderat wuchs, sanken die Inflationsraten schon bald wieder.