In Ländern, die sich hauptsächlich auf den Export von Rohstoffen stützen, wirken sich globale Preisänderungen dieser Rohstoffe direkt auf die wirtschaftliche Stabilität und Inflation aus. Wenn beispielsweise die Preise für die exportierten Rohstoffe sinken, wird oft auf eine Ausweitung der Geldmenge gesetzt, um die fehlenden Einnahmen zu kompensieren. Das führt in weiterer Folge zu Inflation.

Zudem ist die “holländische Krankheit” zu beachten: Diese beschreibt ein wirtschaftliches Paradoxon, bei dem der Reichtum und die Einnahmen aus Rohstoffexporten, wie Öl, Gas oder Mineralien, paradoxerweise zu einer Schwächung der Volkswirtschaft führen können. Diese Dynamik hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die Inflation in solchen Ökonomien.

Die direkten Auswirkungen ergeben sich aus der Zunahme der Deviseneinnahmen aus dem Export von Rohstoffen. Dies führt zu einer Aufwertung der heimischen Währung, wodurch Importe billiger werden. Während dies kurzfristig zu einer Verringerung der Importpreise und potenziell niedrigerer Inflation führen kann, birgt es langfristig Gefahren für andere Sektoren der Wirtschaft. Die Aufwertung der Währung kann die Wettbewerbsfähigkeit von Exportsektoren, insbesondere der verarbeitenden Industrie und der Landwirtschaft, beeinträchtigen. Dies kann zu einem Rückgang der Produktion und Beschäftigung in diesen Sektoren führen, was die Wirtschaft einseitig abhängig von Rohstoffexporten macht.

Indirekte Auswirkungen entstehen durch die Neigung der Regierungen, die Einnahmen aus dem Rohstoffsektor für staatliche Ausgaben zu verwenden, ohne angemessene Investitionen in die Diversifizierung der Wirtschaft oder in die Verbesserung der Produktivität anderer Sektoren zu tätigen. Eine solche fiskalische Politik kann inflationäre Tendenzen verstärken, insbesondere wenn die erhöhten Staatsausgaben nicht durch eine entsprechende Zunahme der inländischen Produktion gedeckt sind.