Die Deflation in Japan folgte auf eine Phase der Vermögenspreisblasen, insbesondere in den Immobilien- und Aktienmärkten, die in den späten 1980er Jahren ihren Höhepunkt erreichten. Die darauffolgende Korrektur führte zu einem signifikanten Vermögensverfall und einer anhaltenden deflationären Phase.

Ein Schlüsselelement war die Entstehung und das Platzen der Vermögenspreisblase, zunächst angetrieben durch übermäßige Kreditaufnahme und spekulative Investitionen. Nach dem Platzen der Blase waren viele Unternehmen und Banken mit hohen Schulden und einem Überhang an notleidenden Krediten belastet. An diesem Punkt hat man die schmerzhafte, aber notwendige, Marktkorrektur nur in sehr geringem Ausmaß zugelassen – stattdessen wurde über verschiedene staatliche Kanäle unterstützt. Das führte zu einer Art “Versteinerung” von Strukturen, die eigentlich im Sinne der “kreativen Zerstörung” nicht künstlich am Leben gehalten werden sollten.

Die Konsequenz: Die Wirtschaft leidet noch heute unter relativ unproduktiven Strukturen, einer gehemmten Investitionstätigkeit und deshalb einer wirtschaftlichen Stagnation. Das Nicht-Zulassen der Marktkorrektur sorgt für Probleme, die ein immer stärkeres staatliches Eingreifen oder "Hilfen" in die Wirtschaft erfordert. Weil die Regierung dabei auch unmittelbar oder mittelbar (über die Zentralbank) Eigentum übernimmt, macht das ein Zulassen von Marktkorrekturen unwahrscheinlicher, weil dies hohe Kosten für die Steuerzahler bedeuten würde. Das wiederum sorgt für eine dauerhaft unproduktive Wirtschaft und einen Wohlstandsverlust. Die Lehre aus Japans deflationärer Phase ist daher, dass Marktkorrekturen zugelassen werden sollten, auch wenn sie schmerzhaft sind. Die Alternativen bedeuten oft noch größere Schmerzen für eine noch längere Zeit.