Wenn Marktteilnehmer erwarten, dass die Preise in der Zukunft steigen werden, passen sie ihr gegenwärtiges Verhalten an, was tatsächliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.

Bei Konsumenten können steigende Inflationserwartungen dazu führen, dass sie Käufe vorziehen, um zukünftigen Preiserhöhungen zu entgehen. Diese erhöhte Nachfrage führt bei einem unveränderten Angebot zu tatsächlichen Preisanstiegen, wodurch die ursprünglichen Inflationserwartungen bestätigt werden.

Auf dem Arbeitsmarkt können steigende Inflationserwartungen dazu führen, dass Arbeitnehmer höhere Löhne fordern, um den erwarteten Verlust an Kaufkraft auszugleichen. Wenn Unternehmen diesen Forderungen nachkommen, resultiert dies in höheren Betriebskosten und kann zu weiteren Preiserhöhungen führen.

Investoren, die eine Abwertung der Währung erwarten, neigen dazu, ihr Kapital in Sachwerte umzuschichten, was deren Preise erhöht. Diese Verschiebung der Anlagestrategie bringt zusätzliche Liquidität in bestimmte Märkte und führt zu weiteren Preisanstiegen.

Allerdings kann ein kurzfristiger Preisanstieg aufgrund der Erwartungen nicht aufrechterhalten werden, wenn die Geldmenge nicht erhöht wird. Die erhöhten Ausgaben, die aufgrund höherer Inflationserwartungen in manchen Bereichen gemacht werden, bringen aufgrund von Budgetbeschränkungen notwendigerweise geringere Ausgaben in anderen Bereichen mit sich. Das wiederum sorgt für deflationäre Tendenzen in diesen Bereichen. Eine breit angelegte Inflation erfordert daher eine steigende Geldmenge.