Die Bedeutung von Qualitätsanpassungen in der Inflationsmessung liegt in dem Versuch, den reinen Preisanstieg von den Auswirkungen qualitativer Verbesserungen bei Produkten und Dienstleistungen zu differenzieren. Diese Differenzierung ist aus Sicht vieler Ökonomen essentiell, um eine genaue Einschätzung der Inflationsrate zu gewährleisten.

Im Kern der Qualitätsanpassung steht die Herausforderung, die Wertsteigerung durch qualitative Verbesserungen adäquat zu erfassen. Dies ist besonders relevant bei Produkten, die im Laufe der Zeit technologisch fortschrittlicher werden, wie beispielsweise Smartphones. Wenn ein neues Modell mehr Funktionen als sein Vorgänger bietet und teurer ist, muss analysiert werden, inwieweit der höhere Preis auf die Qualitätssteigerung und inwieweit auf Inflation zurückzuführen ist.

Diese Analyse ist komplex und birgt das Risiko von subjektiven Bewertungen, da sie oftmals auf Experteneinschätzungen beruht. Eine Über- oder Unterschätzung der Qualitätsverbesserungen kann zu einer verzerrten Wahrnehmung der Inflationsrate führen. Dies beeinflusst nicht nur die Wirtschafts- und Geldpolitik, sondern auch die finanzielle Planung der Haushalte, da es um die Einschätzung geht, ob steigende Lebenshaltungskosten primär auf Qualitätssteigerungen oder auf tatsächliche Geldentwertung zurückzuführen sind.

Fraglich ist, ob Qualitätsanpassungen tatsächlich durchgeführt werden sollten, weil bei einer steigenden Güterqualität mit einer Ausweitung der Geldmenge reagiert werden müsste. Die Folge ist, dass die von der Realwirtschaft produzierten Wohlfahrtsgewinne zumindest teilweise auf den Finanz- und Bankensektor umverteilt werden. Das führt zu einer Schieflage zwischen dem Finanz- und Bankensektor und der Realwirtschaft.