Wenn die Bevölkerung wächst, steigt typischerweise die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, da mehr Menschen Grundbedürfnisse und Wünsche haben. Dies führt zu einem Anstieg der Preise, insbesondere wenn das Angebot nicht Schritt hält.

Gleichzeitig kann das Bevölkerungswachstum auch das Arbeitskräfteangebot vergrößern. Ein größerer Pool an Arbeitskräften erhöht die Produktionskapazität einer Volkswirtschaft erhöhen, wenn er effizient genutzt wird. Dies trägt dazu bei, die gestiegene Nachfrage zu befriedigen und dadurch den Preisdruck zu dämpfen. In einem solchen Szenario könnte das Bevölkerungswachstum potenziell inflationshemmend wirken, wenn die Produktionssteigerungen die Nachfragesteigerungen mehr als ausgleichen.

Allerdings gibt es hier eine Zeitverschiebung von 15 bis 30 Jahren. Zuerst steigt die Nachfrage, weil Kinder nicht arbeiten, aber konsumieren. Das wirkt inflationär. Wenn diese Kinder später in das Erwerbsleben einsteigen, was in den meisten Fällen in einem Alter zwischen 15 und 30 Jahren geschieht, ist die Wirkung aufgrund der gestiegenen Produktion tendenziell deflationär.

Das gilt jedoch nur, wenn die Geldmengenentwicklung der Bevölkerungsentwicklung folgt. Wird die Geldmenge konstant gehalten, kann es nicht zu nachhaltigen Preissteigerungen auf breiter Front kommen. Es würde bei einem plötzlichen Anstieg des Bevölkerungswachstums zunächst zu Preissteigerungen beispielsweise bei Windeln und Babynahrung kommen, welche durch einen sinkenden Preis in anderen Bereichen der Wirtschaft kompensiert werden.