Bei offener Inflation sind Preisanstiege unmittelbar und transparent im Markt zu beobachten. Es zeigt sich ein klarer Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen, was zu einer erkennbaren Abnahme der Kaufkraft des Geldes führt. Die Folgen der offenen Inflation sind direkt spürbar für Verbraucher und Unternehmen, da sie sich in höheren Lebenshaltungs- und Betriebskosten widerspiegeln.

Zurückgestaute Inflation hingegen entsteht, wenn Regierungen durch Maßnahmen wie Preis- und Lohnkontrollen versuchen, Preisanstiege künstlich zu begrenzen oder zu verhindern. Obwohl diese Eingriffe kurzzeitig die Preise stabilisieren können, führen sie zu Marktverzerrungen. Beispielsweise können solche Eingriffe zu Warenknappheit, Rationierung und der Bildung von Schwarz- oder Parallelmärkten führen, auf denen Güter zu höheren Preisen gehandelt werden.

Das Grundproblem, aus dem die Inflation entsteht, ist nämlich ein Ungleichgewicht zwischen der Geldmenge und der Gütermenge. Wenn Preisanstiege verboten werden, führt dies zu Knappheiten, weil die Differenz zwischen Nachfrage und Angebot weiter bestehen bleibt. Schlimmer noch: Die Nachfrage wird tendenziell erhöht, wenn die Geldmenge bei bestehender Preiskontrolle erhöht wird, während das Angebot sinkt, weil weniger Anbieter bereit sind, zu dem niedrigen Preis anzubieten oder sogar zu produzieren. Dadurch vergrößert sich die Differenz zwischen Nachfrage und Angebot weiter, was dazu führt, dass die Unterdrückung der Inflation den Mangel weiter verschärft.