Eine mäßige Inflation kann tatsächlich zur Verringerung der realen Schuldenlast des Staates beitragen. In einem inflationären Umfeld sinkt der reale Wert der Schulden, die zu einem früheren Zeitpunkt aufgenommen wurden. Dieser Mechanismus wird insbesondere von Staaten mit hohen Schuldenständen genutzt, um die Schuldenlast besser zu bewältigen.

Jedoch birgt anhaltende oder hohe Inflation langfristige Risiken für die Staatsfinanzen. Hohe Inflationsraten untergraben das Vertrauen in die Wirtschaft und die Währung eines Landes. Dies wiederum führt zu steigenden Zinssätzen für Staatsanleihen, wodurch die Kosten für neue Schuldenaufnahmen steigen und vorhandene Schulden schwerer zu tragen sind. Eine hohe Inflation führt außerdem oft zu einer Destabilisierung der Wirtschaft, was sich negativ auf die Steuereinnahmen auswirkt und die staatlichen Ausgaben, insbesondere für Sozialleistungen und Inflationsausgleich, in die Höhe treibt.

Die Finanzierung staatlicher Defizite durch das Drucken neuer Geldmengen, die sogenannte Monetisierung der Staatsschulden, kann in extremen Fällen zu Hyperinflation führen. Dies führt zum Vertrauensverlust in die Währung und erschwert die konventionelle Haushaltsführung erheblich.