Wenn es zu Engpässen in der Lieferkette kommt, steigen oft die Kosten für Rohstoffe und Zwischenprodukte, da das Angebot die Nachfrage nicht decken kann. Diese Kostensteigerungen werden in der Regel von den Herstellern an die Verbraucher weitergegeben, was sich in höheren Preisen für Endprodukte niederschlägt. Beispielsweise kann ein Mangel an einem wichtigen Bauteil in der Automobilindustrie nicht nur die Produktion verzögern, sondern auch die Kosten für die Herstellung eines Autos erhöhen.

Darüber hinaus können Lieferkettenstörungen dazu führen, dass Unternehmen nach alternativen Lieferanten suchen, die möglicherweise höhere Preise verlangen, oder dass sie mehr Geld für beschleunigte Versandoptionen ausgeben müssen, um die Nachfrage zu befriedigen. Diese zusätzlichen Kosten führen ebenfalls zu höheren Preisen für Verbraucher.

Der Effekt von Störungen in der Lieferkette auf die Inflation hängt daher davon ab, wie stark die betroffenen Unternehmen von einer Lieferkette abhängig sind und welche Alternativen zur Verfügung stehen. Die Auswirkungen von Störungen der Lieferketten auf die Inflation sind in aller Regel kurzfristig. Wenn allerdings eine zunehmend protektionistische Handelspolitik verfolgt wird, die darauf abzielt, die Lieferketten in das eigene Land zu holen, kann eine daraus resultierende Inflation länger anhalten. Wenn die protektionistische Handelspolitik auf einen Schlag implementiert wird, ist mit einem starken inflationären Schock zu rechnen. Wenn sie stückweise implementiert wird, ist mit einer länger andauernden Inflation zu rechnen.