Die Hyperinflation in Venezuela während der 2010er Jahre hatte verheerende Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft und das soziale Gefüge des Landes. Die Hyperinflation führte zu einem drastischen Verlust der Kaufkraft der Bevölkerung. Die Preise für alltägliche Waren und Dienstleistungen stiegen so schnell, dass das Einkommen der Menschen schneller entwertet wurde, als es angepasst werden konnte. Als bestehende Preiskontrollen verschärft und neue Preiskontrollen eingeführt wurden, wurde der Mangel verschärft – leere Regale in Supermärkten wurden zur Regel. Dies führte zu weit verbreiteter Armut und einer Verschlechterung der Lebensbedingungen, da selbst grundlegende Lebensmittel und Dienstleistungen nicht mehr ausreichend angeboten wurden.

Die rasante Inflation erschwerte für Unternehmen die Preisfestsetzung und Budgetplanung, was oft zu einer Verringerung der Produktion, dem Verlust von Arbeitsplätzen und in einigen Fällen sogar zur Schließung von Betrieben führte. Zudem wurden zahlreiche Unternehmer wegen angeblichen Wuchers verhaftet und eingesperrt. Der Wucher bestand darin, dass sie ihre Unternehmen vor der Schließung bewahren wollten, indem sie gegen die von der Regierung verabschiedeten Höchstpreise verstoßen. Diese Höchstpreise waren so niedrig, dass ein Verkauf zu diesen Preisen einen Verlust und damit keine nachhaltige Überlebensfähigkeit des Unternehmens bedeutet hätte. Diese Inhaftierungen sorgten dafür, dass weitere Unternehmen aus dem (zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr funktionsfähigen) Markt ausgeschieden sind und dass die Bereitschaft, als Unternehmer einen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung zu leisten, gegen Null ging. Das sorgte dafür, dass sich die Angebotssituation weiter verschlechterte, und die Inflation deshalb noch weiter eskalierte. Im Jahr 2018 wurde die Armutsquote in Venezuela auf 90% geschätzt – zum größten Teil ist diese Armut eine Folge der Hyperinflation. Es ist zu befürchten, dass die Armutsquote bis heute noch weiter angestiegen ist, weil Venezuela die Hyperinflation auch nach 2018 weiter anhielt.