Die Inflationsmessung dient Zentralbanken als wesentlicher Indikator für ihre geldpolitischen Entscheidungen. Ein primäres Ziel ist die Aufrechterhaltung der Inflation innerhalb eines definierten Zielbereichs, um wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Bei zu hoher Inflation können Zentralbanken die Zinssätze erhöhen, um die Kreditvergabe zu verteuern und die Geldmenge zu reduzieren. Dies zielt darauf ab, die Inflation durch Dämpfung von Konsum und Investitionen zu bremsen.

Die Inflationsmessung beeinflusst auch die Erwartungen der Marktteilnehmer. Eine glaubwürdige und konsistente Inflationsmessung hilft dabei, stabile Inflationserwartungen zu etablieren, was zur Preisstabilität beiträgt. Vertrauen die Marktteilnehmer darauf, dass die Zentralbank die Inflation effektiv kontrolliert, kann dies kurzfristig dazu beitragen, die tatsächliche Inflation zu begrenzen.

Präzise Inflationsdaten ermöglichen es Zentralbanken, zeitnah auf wirtschaftliche Veränderungen, sei es durch externe Schocks oder Binnenentwicklungen, zu reagieren. Dadurch können sie ihre Politik frühzeitig anpassen, um mögliche wirtschaftliche Störungen zu vermeiden oder abzumildern.

Einige Ökonomen lehnen jedoch die Sinnhaftigkeit von Inflationssteuerung durch zentrale Institutionen wie eine Zentralbank ab, weil der Versuch der Inflationssteuerung mit einer Verzerrung von Preissignalen verbunden ist und deshalb zu Problemen führt. Wird eine solche Inflationssteuerung abgelehnt, ist die Frage nach der Notwendigkeit der Inflationsmessung zu stellen.