Staatsausgaben erzeugen einen inflationären Druck, wenn sie die Wirtschaftsleistung übersteigen und nicht durch entsprechende Steuereinnahmen gedeckt sind. Sie führen dann zu einem Haushaltsdefizit, das entweder durch Kreditaufnahme oder durch die Schaffung neuen Geldes gedeckt werden muss.

Die Finanzierung von Staatsausgaben durch Kreditaufnahme führt zu höheren Zinssätzen, da der Staat mit dem privaten Sektor um verfügbare Ersparnisse konkurriert. Höhere Zinssätze verteuern die Kreditaufnahme und Investitionen des Privatsektors, was wiederum das Wirtschaftswachstum verlangsamt und inflationäre Tendenzen fördert.

Noch direkter ist die inflationäre Wirkung, wenn Staatsausgaben durch die Schaffung neuen Geldes finanziert werden. In diesem Fall kauft die Zentralbank Staatsanleihen und bezahlt sie mit neu geschaffenem Geld. Dies erhöht die Geldmenge in der Wirtschaft, ohne dass eine proportionale Zunahme der Waren und Dienstleistungen vorliegt. Die Folge ist ein Rückgang der Kaufkraft des Geldes und ein allgemeiner Anstieg des Preisniveaus.

Ein weiterer Faktor ist die Art der Staatsausgaben. Wenn die Ausgaben in produktive Bereiche wie Bildung, Infrastruktur oder Forschung und Entwicklung fließen, können sie das Wirtschaftswachstum und die Produktivität steigern. Dies kann mittel- und langfristig dazu beitragen, den inflationären Druck zu mildern, indem die Kapazität der Wirtschaft zur Erzeugung von Waren und Dienstleistungen erhöht wird. Andererseits können weniger produktive Ausgaben, die zu weniger Wirtschaftswachstum führen, den inflationären Druck verstärken, da sie lediglich die Geldmenge erhöhen, ohne die Produktionskapazität signifikant zu steigern.