Importierte Inflation wird durch externe Faktoren verursacht, wie z.B. Wechselkursschwankungen, die zu höheren Preisen für importierte Güter und Rohstoffe führen, oder durch Inflation in den Exportländern. Ein klassisches Beispiel ist der Anstieg der Ölpreise auf dem Weltmarkt, der in einem von Ölimporten abhängigen Land die Energiekosten und damit indirekt die Kosten vieler anderer Produkte erhöht.

Im Inland erzeugte Inflation hingegen wird durch interne ökonomische Prozesse und Politikentscheidungen ausgelöst. Dazu gehören eine expansive Geldpolitik, die zu einer erhöhten Geldmenge führt, steigende Produktionskosten, höhere Löhne oder ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Diese Art der Inflation ist ein Resultat der heimischen Wirtschaftspolitik und Marktbedingungen und kann durch geld- und fiskalpolitische Instrumente gesteuert werden.

Es ist zu beachten, dass importierte Inflation kein dauerhaftes Phänomen sein kann, solange keine Geldmengenausweitung in der eigenen Währung stattfindet. Dann würde nämlich die eigene Währung aufwerten, was die Importe wiederum verbilligt. Insofern wird das Argument der “importierten Inflation” von der Politik oft benutzt, um die eigene Schuldlosigkeit an der Inflation zu behaupten. Tatsache ist jedoch, dass ein Preisschock von außen ohne eigene inflationsfördernde Maßnahmen nur kurzfristig Auswirkungen auf die Inflation haben kann.