Wenn Zentralbanken die Zinsen erhöhen, verteuert sich in der Regel die Kreditaufnahme. Dies führt zu einer Dämpfung der Ausgaben, da sowohl Verbraucher als auch Unternehmen vorsichtiger agieren und ihre Investitionen zurückfahren. Diese restriktive Wirkung auf die Liquidität und die reduzierte Ausgabenbereitschaft können die Nachfrage verringern, was wiederum den Inflationsdruck mindert. In einem Umfeld steigender Zinssätze wird Geld also teurer, was die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen dämpft und den Preisanstieg verlangsamen kann.

Umgekehrt können niedrigere Zinsen die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln, indem sie die Kreditaufnahme verbilligen. Dies kann zu einer Steigerung von Konsum und Investitionen führen, was insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation von Vorteil sein kann. Jedoch kann eine zu starke Stimulierung auch eine übermäßige Nachfragesteigerung zur Folge haben, was die Inflation antreiben kann, besonders wenn das Angebot nicht flexibel genug ist, um mit der erhöhten Nachfrage Schritt zu halten.

Zu beachten ist, dass Zinssätze, welche nicht dem Marktzins entsprechen, eine Verzerrung der Preissignale bedeuten, welche zu Fehlinvestitionen und späteren Krisen führen. Insbesondere die sogenannte Zeitpräferenzrate ist hier wichtig. Diese beschreibt, wie viel höher eine Auszahlung in der Zukunft sein müsste, damit ein Marktteilnehmer auf eine Auszahlung in der Gegenwart verzichtet. Wird bei unveränderter Zeitpräferenzrate der Zinssatz gesenkt, wird eine Verschiebung der Zeitpräferenzrate in Richtung Zukunft signalisiert, was eine höhere Verfügbarkeit von Gütern in der Zukunft impliziert. Wenn später aufgedeckt wird, dass diese Güter nicht vorhanden sind, kommt es zunächst zur Inflation und, sofern die expansive Geldpolitik nicht aufrechterhalten wird, zur Krise.